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Wirtschaft

Was wollen unsere Kunden?

von Gerhard Hinterkörner

Natürlich gibt es noch jede Menge Menschen, die keine Sekunde Umweltbedenken haben, wenn sie auf Einkaufstour gehen. Wenn du in deinem Bereich auf diese Zielgruppe setzt, kannst du dich also noch eine Zeit lang über schöne Umsätze erfreuen. Aber die Uhr tickt und sei dir sicher, diese Menschen – und unser Planet ist sehr dankbar dafür – sterben langsam aber sicher aus.

Die am stärksten wachsende Kaufkraft liegt bei den Generationen Y und Z! Das sind jene Artgenossen, die es sehr genau nehmen mit dem ökologischen Fußabdruck. Speziell im urbanen Bereich gibt es bereits Unternehmen, die die Wachstumschancen schon erkannt haben und eine Vielzahl von alternativen Geschäftsmodellen anbieten. Es geht um wiederverwertbare Materialien von Bekleidung, die unter anderem auch ethisch korrekt produziert und bezogen werden, um Verpackungsmaterial für Lebensmittel, Getränke und Pflegeprodukte aus recyceltem Kunststoff, bis hin zu Wiederverkaufs- und Mietplattformen.

Alle diese Modelle stehen im krassen Gegensatz zur aktuellen Wegwerfwirtschaft. Das Prinzip von Vermeidung von Abfall durch eine möglichst lange Nutzung von Produkten und Materialien mündet in dem schönen Schlagwort der Kreislaufwirtschaft.

Die Verwendung und Produktion von Waren und Lebensmitteln sind derzeit noch für rund 45 Prozent der Treibhausemissionen verantwortlich. Hier ist eine Revolution im Gang, die einerseits unbedingt notwendig ist, andererseits aber noch vom Großteil unserer Firmen völlig ignoriert wird. In meinen Augen ein Versäumnis mit späteren fatalen Auswirkungen. Es wird hier ein riesiges Potenzial nicht genutzt oder völlig verschlafen.

Ihr glaubt nicht daran? Dann schaut auch nur mal die Bereiche Spaß, Gesundheit und Freizeit an. Der sagenhafte Anstieg des digitalen Konsums hat einen Siegeszug der Abonnements eingeläutet. Streamingdienste haben die Musikindustrie komplett umgekrempelt. Nachhaltig produzierte Lebensmittel aus pflanzlichen Proteinen bedienen das Verlangen nach gesunder Ernährung.

Durch das „Internet der Dinge“ werden künftig Abonnementmodelle mit den Konzepten der Kreislaufwirtschaft verbunden werden. Schon jetzt kaufen sich in den Niederlanden viele junge Menschen keine Schuhe mehr, sondern sie mieten sie und tauschen sie in einem Jahr gegen neue, natürlich in Verbindung mit einem perfekten Recyclingsystem. Und dieses System wird gerade auf alle möglichen anderen Branchen ausgeweitet.

Besitz wird von diesen Generationen nicht mehr so bewertet, wie es in unseren Köpfen lange der Fall war. Mieten, benutzen und wieder in den Kreislauf rückführen. Ein eigenes Auto, die große Wohnung oder andere Statussymbole, alles Dinge die an Bedeutung verlieren oder gar nicht mehr angestrebt werden. Aus meiner Sicht eine Entwicklung, die wir erkennen, nutzen und mit voller Kraft unterstützen sollten.

Kommentare und Antworten

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  • Gerhard Hinterkörner Badge M21 First Mover 16.07.2020 um 11:09
    Hat die Zeit in der wir leben, eine Auswirkung auf euer Kaufverhalten? Könntet ihr euch vorstellen, Dinge zu teilen? Wenn ja, welche? Und was wäre gar nicht vorstellbar?
    • Jürgen Oman Badge M21 First Mover 16.07.2020 um 11:36
      Ich denke, dass in naher Zukunft die wenigsten ein Auto besitzen werden. Wenn ich wo hin muss, ruf ich mir via App mein Wunschauto, welches dann autonom direkt vor die Haustür kommt. Für Fahrten in den Urlaub gibts günstige Tarife. Dann ist es nur mehr eine Milchmädchenrechnung, die mir bestätigen wird, dass mir der Besitz vermutlich teurer kommt.
Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Unternehmer aus Leidenschaft, Familienvater, Hobbysportler und Genussmensch!

g.hinterkoerner@movement21.at

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