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Wirtschaft

Verständnisvolle Einkaufswägen

von Gerhard Hinterkörner

Das Problem mit der Intelligenz beginnt schon da: sie ist nicht richtig definiert. Eigentlich ist sie ein Sammelbegriff für die kognitive bzw. geistige Leistungsfähigkeit. Also einfach formuliert unsere Fähigkeit, etwas zu erkennen, zu verstehen, auch einzusehen oder Verständnis für Vieles oder auch für weniger zu haben.

Einkaufswägen haben keine Intelligenz! Zumindest noch nicht. Wenn es nach den Plänen von Hofer geht, wird sich jedoch dies bald ändern. Ich möchte gleich vorwegschicken: ich hab kein Problem mit derartigen Entwicklungen, weil in der letzten Konsequenz wird es immer der Kunde entscheiden, ob so ein System angenommen wird, und andererseits werden dadurch Arbeitsplätze – wenn überhaupt – eingespart, denen kaum jemand nachweinen wird.

Aber noch leben wir in jener Realität, in der die Einkaufswägen noch auf einer Evolutionsstufe leben, wo sie – meist verdreckt, manchmal auch mit technischen Defekten, wie einem knatternden Rädchen, mit Einkaufszetteln und Bons befüllt, und natürlich, wie wir aus der jüngsten Vergangenheit wissen, über und über verseucht mit heimtückischen Viren – darauf warten von uns durch die Gänge der Supermärkte geschoben zu werden. Es fehlt ihnen noch völlig an Intelligenz, ansonsten würden sie etwas gegen so ein tristes Dasein unternehmen.

Um die Jahre, die noch bis zur Entwicklung dieses Vorhabens nötig sind, besser zu überbrücken, könnten wir es mit unserer eigenen Intelligenz versuchen. Diese müsste grundsätzlich schon vorhanden sein, und bedarf nur einer einfachen Aktivierung. Unter Einsatz dieser Intelligenz könnten wir unser Einkaufsverhalten kritisch hinterfragen. Einige Ansätze dabei könnten sein: bei wem möchte ich eigentlich einkaufen? Wen unterstütze ich oder wem schade ich vielleicht sogar damit? Was ist wirklich mein Bedarf? Welchen Ruf hat das Handelsunternehmen meiner Wahl? Wie geht es mit seinen Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden um? Werden regionale Produkte und Konzepte unterstützt? Gibt es lokale Alternativen? Wie oft muss ich einkaufen gehen? Wie viel von meinen Einkäufen landet im Müll und wie könnte ich das verhindern?

Das ist nur eine kleine Auswahl an Fragestellungen, aber Überlegungen dieser Art haben enormes Potenzial. Sie verändern nicht nur das Einkaufverhalten, sondern den gesamten Lebensstil. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass dies eine kleine Revolution auslöst. Es tauchen plötzlich andere Produkte im Kühlschrank auf, dieser wirkt auch noch wesentlich aufgeräumter. Das Essen wird bunter, der Kleiderschrank übersichtlicher, die Konserven- und Toilettenpapierbestände reduzieren sich auf eine Lagerreichweite von wenigen Wochen. Alles wird eine kleine Spur leichter, dies kann im Einzelfall auch noch die Waage beweisen.

Probiere es aus! Es macht wirklich Spaß und es besteht extreme Suchtgefahr, das Hinterfragen seiner eigenen Gewohnheiten fix in seinen Alltag zu integrieren. So behalten wir intelligenzmäßig die Nase vorne, zumindest im Rennen gegen Einkaufswägen!

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

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