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Wirtschaft

Unsere Entscheidung

Optimierungen in einem Produktionsbetrieb sind legitim und erforderlich. Immer höherer Output zu geringeren Kosten ist die Devise. Die Mitbewerber schlafen nicht, und Globalisierung plus Digitalisierung macht das Leben für die Industrie nicht leichter. Am Ende des Tages steht der Konsument mit seinem berechtigten Wunsch nach einem guten Preis-/Leistungsverhältnis.

17.06.2019

Aber wie sieht das aus, wenn das Produkt ein Lebewesen ist? Die Lebenszeit von Hühnern zum Beispiel liegt mittlerweile bei fünf Wochen. In dieser kurzen Produktionszeit – von Lebenszeit kann man unter diesen Bedingungen nicht mehr sprechen – sind die Hühner, durch spezielle Züchtungsmethoden, ununterbrochen am fressen, und in den Produktionshallen leuchtet künstliches Licht Tag und Nacht. Wer einmal in so einer Halle gestanden ist, wird dies vermutlich sein ganzes Leben nicht mehr vergessen können. Allein der Gestank von tonnenweisen Ausscheidungen der Tiere nimmt einem den Atem.
 
Ich will hier keine moralische Instanz sein, oder der 426. Ernährungsratgeber. Auch ich esse leidenschaftlich gerne Fleisch und ich bin der Überzeugung, dass dies Bestandteil unseres kulturellen Lebens ist und sein darf.
 
Aber, bei dem Beispiel der Hühner, und natürlich könnte man dies genauso auf Schweine, Rinder oder Lachs ausweiten, geht es um eine andere Entscheidung:
 
Wollen wir wirklich Lebensmittel zu uns nehmen, die nichts mehr mit Lebewesen zu tun haben? Ein Huhn, oder egal welches Tier, ist ein Lebewesen mit Gefühlen und Empfindungen. Die beschriebenen Produktionsstätten kann und darf man nicht als Hühneraufzucht beschreiben, sondern dort wird Fleisch produziert, ohne Rücksicht auf Art oder Tierwohl. Ein Haushuhn, um bei diesem Beispiel zu bleiben, artgerecht gehalten wird zwischen fünf und sieben Jahre alt. Und wiegt halb so viel wie seine produzierten Artgenossen in fünf Wochen.
 
Einer der ausschlaggebenden Faktoren für diese Entwicklung sind die Preisschlachten im Lebensmittelhandel. Der Handel sieht sich als Anwalt des Kunden und erfüllt nur die Konsumentenwünsche. Was so viel heißt wie, es wird billiges Fleisch in rauen Mengen gekauft. Die Haushaltsausgaben für Lebensmittel liegen mittlerweile bei rund zwölf Prozent. In südlicheren Ländern mit mehr Bewusstsein für hochwertiges Essen liegt dieser Wert noch zumindest bei rund 20 Prozent. Einem Wert bei dem wir vor nicht allzu langer Zeit auch gelegen sind.

Das Geld wird eben für andere Sachen ausgegeben. z.B. für die Ernährung der Haustiere und deren Wohlbefinden. In diesem Bereich werden Milliardenumsätze gemacht. Ich kann es verstehen. Wir haben zwei Hunde, eine Katze und wir lieben unsere Tiere. Was ich nicht verstehe: Warum behandeln wir unsere Haustiere wie Familienmitglieder und die sogenannten Nutztiere so unglaublich grausam. Noch dazu mit dem Wissen, dass diese dann in unserem Körper landen und unser Immunsystem damit ganz wesentlich beeinflussen.

Ich denke, wir sollten bei unseren Kindern ansetzen. Besichtigungen von Biohöfen mit artgerechter Tierhaltung vs. Fleischproduktion müssten zum Pflichtprogramm für unseren Nachwuchs gehören. Kinder sind sehr empathisch, wenn es um den Umgang mit Tieren geht, und haben in der Regel auch noch ein gutes Gedächtnis.

Jeder der dies liest lebt in einer privilegierten Gesellschaft, wo es die Entscheidungsmöglichkeit gibt zwischen Hard Discount und persönlichem Kontakt mit einem Kleinstproduzenten. Ebenso führen viele Märkte bereits Alternativen zu den Preiseinstiegsprodukten.

Auch beim Besuch des Gastronomen unseres Vertrauens haben wir die Möglichkeit, nach der Herkunft seiner Rohstoffe zu fragen. Findige Wirte führen dies schon seit längeren in ihren Speisekarten an. Man sieht, es gibt dieses Bewusstsein. Arbeiten wir daran, dass es stärker wird.

 

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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