Letztes Update vor 1 Minute
Gastbeitrag
Wirtschaft

Raucher sind die produktiveren Mitarbeiter!

von Ralph Egger

„Gewagte Ansage“ werden sich jetzt einige denken oder auch vielleicht „so ein Blödsinn“. Einige Raucher freuen sich vielleicht und fordern von ihrem Chef eine Gehaltserhöhung. Es ist aber nicht das Nikotin, das einen Raucher leistungsfähiger werden lässt – es sind die Pausen! Dazu gibt es auch eine Studie der Universität Zürich aus dem Jahr 2012.

Vor allem mehrere kurze Pausen über den Tag verteilt fördern die Produktivität und Merkfähigkeit. Ohne ausreichende Pausen steigt die Fehlerrate und das Unfallrisiko nimmt zu.

Wir leben in einer Zeit, in der Pausen verpönt sind. Oft werden nicht einmal die gesetzlichen Pausen eingehalten. Seltsamerweise geht das auch teilweise von den Mitarbeitern selbst aus. „Ich muss fertig werden! Ich habe keine Zeit für eine Pause.“

Die Pause wird regelrecht als Zeitverschwendung betrachtet. „Was keine Pause kennt, ist nicht dauerhaft.“ Dieses Zitat wird Ovid zugesprochen. Ein römischer Dichter, der um Christi Geburt gelebt hat.

Er hatte recht, denke ich. Korrigiere: ich weiß, dass er recht hat.

Ich bin selbstständig. Ich kann nahezu immer eine Pause einlegen, wenn ich will. Das ist ein Privileg. Nicht viele können das machen. Trotzdem erwische auch ich mich dabei, wie ich in Zeiten mit viel Arbeit Pausen vernachlässige. Mit dem Resultat, dass ich nach zehn bis zwölf Stunden (durchgehender) Arbeit völlig unbrauchbar für sonst noch was auf die Wohnzimmercouch falle und hoffe, dass mir meine Frau was zum Essen bringt.

Wer seinen Partner loswerden will, der mache das einige Zeit lang. Funktioniert bestens. Das ist aber nicht mein Ziel. Deshalb habe ich mir ein ordentliches Pausenmanagement verordnet.

Im Büro habe ich jetzt einen digitalen Wecker stehen. Der erinnert mich alle 75 Minuten an meine Pause. Die dauert dann zwischen 5 und 7 Minuten. In der Pause stehe ich auf, mache ein paar Dehnungsübungen, hole mir etwas zu trinken oder setze mich einfach auf meine Nachdenk-Couch und schaue in die Luft.

Dann kommen die nächsten 75 Minuten konzentrierter, fokussierter Arbeit. Ohne Ablenkung. Mittagspause dauert etwa eine halbe Stunde bei mir. Seit einem halben Jahr arbeite ich nach diesem Konzept. Mein Output ist enorm gestiegen und ich bin am Abend nicht mehr müde!

Probiert es aus. Ich muss jetzt aufhören. Mein Wecker läutet.

Die schönsten Pausen sind lila. Wer früh genug geboren wurde weiß, wer der Pause eine Farbe verpasst hat.

Ralph Egger

Sicherheitskultur-Manager.

Kommentare und Antworten

Login anmelden und Kommentare hinzufügen.
  • Erwin Saler Badge M21 First Mover 21.09.2020 um 12:15
    In einer früheren Firma bin ich immer mit den Rauchern mit gegangen, wollte mir auch diese Pausen gönnen, mein Abteilungsleiter wusste lange nicht das ich Nichtraucher bin, alles richtig gemacht super!
    • Gerhard Hinterkörner Badge M21 First Mover 22.09.2020 um 07:28
      In meinem ehemaligen Unternehmen war das auch ein großes Thema. Die Raucherinnen hatten im Vergleich zu den Nichtrauchern einfach zu viele Pausen. Das führte in regelmäßigen Abständen zur Verärgerung. Mir ist es nie um die Pausen gegangen, weil ich eh wusste was da alles besprochen wurde (zum Nutzen der Firma), sondern um die Gesundheit der Kolleginnen. Hab sogar einmal eine Prämie angeboten. Alles zwecklos! :-)
      • Ralph Egger Badge M21 First Mover 23.09.2020 um 05:55
        Und es kann auch passieren, dass durch die Pausen der Raucher die Nichtraucher die Aufgaben der Raucher mitübernehmen. Das führt nicht nur zu einer Verärgerung der Nichtraucher sondern ist eine zusätzliche Belastung. Gerhard du hast völlig recht, in den Pausen, ob Raucher oder Nichtraucher am Kaffeautomat wurden schon viele gute Lösungen für den Betrieb erarbeitet.
  • Manfred Wimmer Badge M21 First Mover 21.09.2020 um 11:05
    Dem kann ich 100% zustimmen, insbesondere bei Homeoffice fällt mir auf das ich nach 8-10 Stunden aus dem Büro gehe wie ein Zombie. Den ganzen Tag nur Kontakt im Chat, Telefon oder Teams, keine "echten" Menschen.
    Schaffe ich es aber alle 1-2 Stunden für ein paar Minuten mit meiner Frau oder einem Nachbarn am Balkon (ebenfalls Homeoffice) zu kommunizieren, geht mehr weiter und am Abend ist man nicht so geschlaucht.
    Die Überschrift ist sicher nicht so ernst gemeint, aber verleitet dazu den Artikel sofort lesen zu wollen. :)
    • Gerhard Hinterkörner Badge M21 First Mover 22.09.2020 um 07:29
      Lieber Manfred, ich muss mir zur Sicherheit mal deine Nachbarin ansehen! ;-)
Der Autor
Ralph Egger

Sicherheitskultur-Manager

Verhaltensänderung durch Bewusstseinsbildung!

Beitrag drucken
PDF Download
Vorteile als m21 Mitglied:
Movement 21 Blog:
Schmöker rein, oder mach es dir bequem und höre dir die Podcasts an. Hier gibt es wöchentlich Neues für dein persönliches Wachstum. Für deinen Perspektivenwechsel.
Diskutieren:
Du kannst dich einbringen, mit anderen Free Movern in einen niveauvollen Diskurs treten und dich vernetzen. Jeder Beitrag bietet die Möglichkeit zum Diskurs und zum Austausch eigener Erfahrungen.
Newsletter:
Aktuell und immer Interessant, widmet sich der Movement 21 Newsletter unmittelbaren Themen, die gerade unter den Fingernägel brennen.
Free Mover werden
Event Einladungen:
Ein spannendes Thema, mindestens zwei interessante Key Speaker und eine außergewöhnliche Location. Mindestens 6x im Jahr bist du dazu eingeladen.
Video Calls:
Videokonferenzen, schnell einberufen, zu einem aktuellen Diskussionsthema oder zu einer Problemlösung, oder ganz einfach zum Erfahrungsaustausch.
Wissensmatrix:
Du hast Zugang zu einer Wissensmatrix die detailierte Informationen aus verschiedensten Fachbereichen liefert.
Geschenk:
Einige Tage nach deiner Anmeldung wird dir ein Geschenk zugestellt, dass dir bei einer wichtigsten Dinge der Welt eine Hand freit hält.
First Mover werden
Firmenveranstaltungen:
Wir können auf Wunsch eine Veranstaltung in deinem Unternehmen organisieren. Bei diesem Event besteht die Chance viele Botschafter deines Unternehmens zu gewinnen.
Beratungsleistungen & Seminare:
Als Partnerbetrieb steht dir individuelle Beratungsleistung zur Verfügung. Du bekommst laufend Updates über die gesamten Möglichkeiten unseres Netzwerkes.
Kooperations- und Beteiligungsmöglichekiten:
Innerhalb der Movement 21 Community entstehen laufend neue Projekte und auch einige Firmengründungen wurden schon umgesetzt.
Mitgestaltung des Movement 21 Manifest:
In Abstimmung mit dir werden Absichten und Ziele definiert die künftig in unserer Gesellschaft massiv an Bedeutung gewinnen werden. Das Manifest wird als Leitfaden für einen wirtschaftlichen Erfolg dienen.
Partner werden
Wirtschaft
Neueste Beiträge

Plastik wohin das Auge reicht

von Gerhard Hinterkörner
Ein Rundgang durch die Supermärkte gehörte für mich viele Jahre lang zu meinem wöchentlichen beruflichen Ritual. Mein Focus war dabei auf Produkte gerichtet, die mich besonderes interessierten und im Laufe der Jahre entwickelte ich ein gutes Gefühl dafür, was funktionieren oder was eher wieder schnell aus den Regalen der Märkte verschwinden wird.
Wirtschaft

Zahl was du willst

von Gerhard Hinterkörner
Um es gleich vorweg zu nehmen: natürlich gibt es Branchen, in denen man dieses Modell nicht andenken sollte. Wer würde schon freiwillig einen sechsstelligen Betrag für einen neuen Porsche zahlen, noch dazu in dem Wissen, dass genannte Marke bei jedem Verkauf einen fünfstelligen Betrag verdient? Nebenbei bemerkt finde ich es sehr gut, wenn wenigstens ein Autokonzern noch richtig gutes Geld verdient.
Wirtschaft

Mindeststandards für unser Essen

von Gerhard Hinterkörner
In den letzten Monaten hat sich bei Vielen im Bereich ihrer Essensgewohnheiten einiges getan. Durch Homeoffice, den langen Wegfall des Außer-Haus-Verzehrs in der Gastronomie und generell den Trend, sich eher regional zu versorgen und den Aufenthalt im Supermarkt so kurz wie möglich zu gestalten, wurde zuhause mehr gekocht, mit frischeren Zutaten. Das Spektrum der eigenen Kocherfahrung wurde bei Vielen breiter und die Ablehnung, Lebensmittel zu kaufen, die viele tausend Kilometer hinter sich haben, hat sich deutlich erhöht.
Wirtschaft
Meistgelesen

Sex sells

von Gerhard Hinterkörner
Es ist nichts Neues: spärlich bekleidete Frauen werden schon lange genutzt, um auf Produkte aufmerksam zu machen. Manchmal auch durch pornographische Darstellungen werden Marken angepriesen, die in keinem direkten Zusammenhang mit einem Frauenkörper stehen. Manchmal ist das auch richtig gut gemacht.
MOVEMENT 21 jetzt auch als App
Alle Podcasts gibt es jetzt für unterwegs mit offline-Verfügbarkeit