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Wirtschaft

Plastik wohin das Auge reicht

Ein Rundgang durch die Supermärkte gehörte für mich viele Jahre lang zu meinem wöchentlichen beruflichen Ritual. Mein Focus war dabei auf Produkte gerichtet, die mich besonderes interessierten und im Laufe der Jahre entwickelte ich ein gutes Gefühl dafür, was funktionieren oder was eher wieder schnell aus den Regalen der Märkte verschwinden wird.

19.10.2020

Aufgrund meiner beruflichen Veränderung steht dieser Store-Check - wie das in der Branche genannt wird - nicht mehr ganz oben auf meiner Liste, aber ganz ablegen kann man so eine Gewohnheit natürlich nicht.

Vor einigen Tagen war ich mit einer kleinen Delegation aus der Papierbranche in einem neu eröffneten Großmarkt in Linz unterwegs. Wir legten dabei unsere Aufmerksamkeit auf Produkte, die in Plastik verpackt sind, wo es aber auch die Alternative Papier gäbe. Ich muss sagen, dieser Tag hat meine Perspektive völlig verändert: ich werde nie wieder einen Supermarkt betreten können, ohne dass mir die Unmengen von Plastik auffallen werden. Und ich rede jetzt nicht von jenen Dingen, die sowieso in der breiten Diskussion stattfinden. Also es geht nicht um die tausenden von Plastikflaschen und darum, ob ein Pfand sinnvoll ist oder nicht, oder wie umweltfreundlich die Papiertragetasche wirklich ist, im Vergleich zum Plastiksackerl. Es geht auch nicht um die berühmte Gurke, die zusätzlich in Plastik eingeschweißt ist.

Nein, es geht um Dinge, die so selbstverständlich geworden sind, dass man sie schon gar nicht mehr wahrnimmt: das Klopapier, das in Plastik eingepackt ist. Ein Papierkonzern verpackt sein Produkt in Plastik!? Die Taschentuchpackung ist in Plastik verpackt. Der Paprika, der Mais, der Salat, alles in Plastik. Jene Gurken, die nicht im Plastik schwitzen, sind in einem Plastiknetz gefangen. Angreifen kann man das Ganze mit einem Plastikhandschuh. Die frischen Jausensemmeln warten auf ihre Kundschaft - raten sie mal in welcher Verpackung! Die Butter, der Germ, der Käse, einfach alles verpackt in Plastik. Jede Menge riesige Aufbauten und Zweitplatzierungen, besonders auffällig: KnabberNossi Würstel, jedes einzelne in Plastik verpackt und dann je 12 Würstel nochmals mit Plastik umhüllt. Ich möchte es nicht nachwiegen: wahrscheinlich mehr Verpackungsgewicht als Ware!

Ich könnte jetzt noch lange schreiben, aber ich denke, dies ist nicht notwendig. Ich habe jetzt nur Produkte angeführt, wo eine umweltfreundlichere Alternative möglich wäre, also dieser Schwachsinn einfach vermieden werden könnte. Und mir ist absolut bewusst, wo die Vorteile von Plastik liegen. Es ist nämlich billig, die Produktion ist weniger energieintensiv, das Material lässt sich gut verarbeiten und Plastik ist grundsätzlich recycelbar.

Aber: der Rohstoff ist Erdöl und damit eine endliche Ressource, Plastik braucht Jahrhunderte, um zu verrotten und es landet als zerriebener Müll wieder in unserer Nahrungskette! Damit ist aus meiner Sicht alles gesagt! Hier muss ein Umdenken einsetzen und zwar sofort. Wir arbeiten daran, ich halte euch auf dem Laufenden.

Kommentare und Antworten

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  • Thomas Göttinger Badge M21 First Mover 21.10.2020 um 05:49
    Guten Morgen Gerhard,
    da bin ich voll deiner Meinung. Und es kann wirklich jeder schon im ganz persönlichen Bereich mit Plastikvermeidung anfangen. Verwende zum Beispiel statt Duschgel von irgendeinem Konzern handgemachte Seifen aus meiner direkten Umgebung. Da gibt es eine sensationelle Sortenvielfalt und die sind alle absolut hochwertig. Seitdem ich das mache brauch ich mir auch keine Körper- oder Gesichtscreme mehr zu kaufen weil die Manufaktur-Seifen selber so rückfettend sind.
    Außerdem verwende ich statt Plastikzahnbürsten eine Holzzahnbürste aus einer burgenländischen Bürstenmanufaktur. Die haben generell sehr viele Sachen aus Holz die ansonsten aus Plastik sind.

    Liebe Grüße
    Thomas
Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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