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Wirtschaft

..nicht ihre Preisklasse..

„Wirtschaften“! Ein Begriff, viele Interpretationen, viele Abhandlungen (Wirtschaft, Soziologie, Pädagogik, Journalismus, Geschichte usw.), viele Rechtsauffassungen, und natürlich kann es auch richtig spannend werden, z.B. bei der Wirtschaftskriminalität.

19.06.2019

Gut gefällt mir ein Auszug aus Wikipedia: 
„… unter Wirtschaften werden alle menschlichen Aktivitäten verstanden, die mit dem Ziel einer bestmöglichen Bedürfnisbefriedigung planmäßig und effizientüber knappe Ressourcenentscheiden ...“

Nach mittlerweile 38 Jahren „in der Wirtschaft“ scheinen mir die Formulierungen „effiziente und knappe Ressourcen“ doch etwas überholt. Mit Bedürfnisbefriedigung kann ich gut leben, vielleicht sollte man „exzessive“ einfügen. In meiner Kindheit hörte ich von meiner Mutter manchmal, „Der/Die kann nicht wirtschaften.“ Damals war mir nicht klar, warum meine Mutter das wissen sollte. Später wusste ich dann, dass diese Aussage sich meist auf zwei Dinge stützte:

  1. auf Äußerlichkeiten (Wie war er/sie angezogen? Wie sieht das Haus/die Wohnung aus? Gibt es ein Auto? ...)
    Heute würde man Statussymbol dazu sagen.
  2. auf das Gerede der anderen Leute.

Damals hat man an diesen Dingen überwiegend abgeleitet, dass jemand nicht wirtschaften kann, heute erkennt man an den Statussymbolen, dass jemand sehr gut wirtschaften kann bzw. erfolgreich ist. Wenn jemand diesem Rollenbild nicht entspricht, bleiben Türen eben verschlossen.

Dazu ein Beispiel: 
Durch die Gründung mehrerer Firmen (insbesondere durch den Aufbau eines international tätigen Markenartikelunternehmens) in den letzten 25 Jahren habe ich es zu einem gewissen Wohlstand gebracht. Diesen sieht man mir nicht unbedingt an. Ich wohne noch immer im Mühlviertel in einem ordentlichen, aber nicht protzigen Haus, fahre einen Mittelklassewagen (aber lieber mit dem Fahrrad), trage keine Luxusuhren und bin eher sportlich gekleidet – also nicht der Businessmensch, wie man ihn sich vorstellt.

Als ich mir einen Van anschaffen wollte, ging ich zu einem Mercedeshändler in Linz und erkundigte mich nach einem entsprechenden Modell. Ich wurde auch sofort beraten und mir wurde ein Typ (ich glaube Vito oder so ähnlich) präsentiert. Weiter hinten im Verkaufsraum entdeckte ich dann dasselbe Modell in einer Business Variante, das mich wesentlich besser ansprach. Ich fragte den Verkäufer: „Und was ist mit diesem Modell?“ Er darauf: „Das ist nicht Ihre Preisklasse!“ Sehr bemerkenswert: Ein einfach gestrickter Autoverkäufer - halb so alt wie ich - stellt aufgrund meiner Kleidung und meines Auftrittes meinen Kontostand fest.

Warum schreibe ich das? Noch dazu unter der Rubrik Wirtschaft? Weil dieses Beispiel eine Grundproblematik sehr gut auf den Punkt bringt: gespeist durch Vorurteile und Stereotypen, werden täglich in der Wirtschaft Entscheidungen / Aussagen getroffen, die genau das Gegenteil der Definition von Wirtschaft bewirken. Was nützt es, wenn Mercedes die besten Autos baut, Millionen in die Forschung und Entwicklung investiert, noch mehr Geld in Marketing und Vertrieb steckt - und am Ende steht ein junger Autoverkäufer mit hellseherischen Fähigkeiten, der aktiv an einem Kundenvertreibungsprogramm teilnimmt.

Solche Beispiele gibt es in allen Unternehmen. Davon bin ich überzeugt, weil ich die letzten Jahrzehnte fast täglich mit solchen oder ähnlichen Beispielen konfrontiert war. Davon möchte ich künftig berichten. Und auch wie es anders laufen kann. Sie – die Leader – darauf zu sensibilisieren, dem entgegenzuwirken. Nicht von heute auf morgen, sondern schrittweise, in einem Prozess. 

Dieses Bewusstsein zu schaffen ist Zweck der Movement21.

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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