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Wirtschaft

Mörderische Mode

von Gerhard Hinterkörner

Ich hab vor kurzem in einem Beitrag geschrieben, dass 75 % der Pandemien ihren Ursprung im tierischen Bereich haben. Besser gesagt in der Art und Weise, wie wir Menschen mit Tieren umgehen. In diesen Tagen muss eine Neuigkeit ja schon wirklich katastrophale Ausmaße annehmen, um es in die Headlines der Medien zu schaffen.

Dass z.B. in Dänemark gerade Millionen von Nerzen getötet werden, weil auf den Farmen ein neuartiges Corona-Virus ausgebrochen ist, hätte ich gar nicht mitbekommen, wenn nicht ein guter Bekannter meinen Beitrag über die Pandemien mit „das Universum schlägt zurück“ kommentiert hätte.

Für mich ein weiterer Beweis dafür, dass sich offensichtlich die Katastrophen in völlig andere Dimensionen entwickeln müssen, bevor die Menschheit bereit ist, ihre Gewohnheiten zu ändern. Oder noch drastischer: vielleicht führt der einzige Weg über eine starke Verringerung unserer Population.

Aber bis dahin mache ich mir die Mühe, über gewisse Themen zu recherchieren, wie beispielsweise über diese Pelztierzuchten. Ich dabei habe doch einiges – zumindest für mich – Neues in Erfahrung gebracht:
Wenn ihr euch fragt, wohin diese 15 Millionen Pelze eigentlich verkauft werden, dann ist die Antwort China. Der Großteil der Ware wird nach China exportiert. Nachdem die Tiere qualvoll in Gitterkäfigen gezüchtet werden, ist der Preis offensichtlich so niedrig, dass sogar die Chinesen ein Abnahmemarkt dafür sind. Also gewissermaßen ein Ausgleich: von China kam ursprünglich das Corona-Virus, die Mutation ist dann quasi das Gegengeschäft in die andere Richtung.

Aber wenn ihr denkt, das ist jetzt das Verrückteste, dann kann ich noch etwas drauflegen:
Dieser Echtpelz ist billiger als der Kunstpelz! Und daher wird der echte Pelz sehr häufig als Kunstpelz gekennzeichnet. Das passiert übrigens nicht nur bei Nerzen, sondern auch bei Mardern, Kaninchen und natürlich sind Katzen und Hunde auch mit im Spiel. Und das besonders Paradoxe dabei: je billiger das Produkt, desto häufiger werden die Kennzeichnungen gefälscht.

Der Umweltbilanz zuliebe bräuchte man aber weder den Echt- noch den Kunstpelz zu forcieren. Aber bei synthetischen Materialien fallen wenigstens die Qualen der Tiere weg. In erster Linie finden alle diese Produkte ihre Absatzmärkte in den haarigen Modedetails. Es sind also nicht mehr die früher so verpönten Nerzmäntel, sondern die kleinen Accessoires an den Jacken, Mützen oder wo auch immer.

Also, wenn ihr bei diesem Wahnsinn nicht mehr mitspielen wollt: einfach darauf achten und verzichten. Und wenn es wirklich mal etwas Tierisches sein soll, dann besteht immer noch die Möglichkeit, die kleinen Manufakturen und Kürschner zu besuchen. Sofern sie beweisen können, dass sie ihre Ware aus Jagdverbänden beziehen, von denen sie wissen, wie sie zu ihren Fellen kommen.

Kommentare und Antworten

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  • Alfred Karl Badge M21 Free Mover 09.11.2020 um 10:34
    17 Mio. Tiere (war glaube ich die Zahl) der Preis für diese "menschliche Dekadenz".

    tageschauchau.de Titelte: "Das große große Schlachten auf den Nerzfarmen"

    WIKIPEDIA: Dekadenz (von lateinisch cadere „fallen“, „sinken“, französisch décadence „Niedergang“, „Verfall“, über mittellateinisch decadentia) ist ein ursprünglich geschichtsphilosophischer Begriff, mit dem Veränderungen in Gesellschaften und Kulturen als Verfall, Niedergang beziehungsweise Verkommenheit gedeutet und kritisiert wurden
Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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