Letztes Update vor 3 Minuten
Wirtschaft
Neueste Beiträge

Mindeststandards für unser Essen

von Gerhard Hinterkörner

In den letzten Monaten hat sich bei Vielen im Bereich ihrer Essensgewohnheiten einiges getan. Durch Homeoffice, den langen Wegfall des Außer-Haus-Verzehrs in der Gastronomie und generell den Trend, sich eher regional zu versorgen und den Aufenthalt im Supermarkt so kurz wie möglich zu gestalten, wurde zuhause mehr gekocht, mit frischeren Zutaten. Das Spektrum der eigenen Kocherfahrung wurde bei Vielen breiter und die Ablehnung, Lebensmittel zu kaufen, die viele tausend Kilometer hinter sich haben, hat sich deutlich erhöht.

Nachdem wir nach dem Lockdown – leider - schon wieder in vielen Bereichen in unserem alten Verhaltensmuster angekommen sind, hält sich beim Essen unsere Umstellung offensichtlich etwas länger. Dies könnte eine große Chance sein. Nicht nur für unsere Gesundheit, sondern auch für die Umwelt und die Lebensbedingungen von Tieren und den Menschen, die in der industriellen Lebensmittelindustrie arbeiten.

Die Diskussion in den Medien bleibt aufrecht und schwankt zwischen den Fragestellungen: Wie viel mehr sind wir bereit für Lebensmittel zu zahlen? Wie viel sollen uns Lebensmittel wert sein? Können Lebensmittel auch zu billig sein? Insbesondere in Deutschland sind auf höchster politischer Ebene Diskussionen über Mindestpreise im Gang, die dem Handel bei seinen ruinösen Preisschlachten Einhalt gebieten sollen. Aus meiner Sicht eine völlig sinnbefreite Diskussion.

Die Medien bereiten also durchaus das Feld auf für eine breitere Bewusstseinsbildung in diesem Bereich. Auf den selben Seiten überschlägt man sich jedoch – und zwar in regelmäßigen Abständen – mit der Hiobsbotschaft „Lebensmittel werden immer teurer“, „Preise für Lebensmittel explodieren“ „Inflationstreiber Nummer Eins sind wieder einmal die Lebensmittel“, ja vor Kurzem las ich sogar „bei Lebensmittel werden Kunden abgezockt“.

Zu guter Letzt wird dann noch getrommelt, dass wir uns das – solange ein Drittel der Lebensmittel im Müll landet – ohnehin locker leisten könnten.

An allen diesen Argumenten ist etwas dran und das meiste ist längst bekannt. Alle Versuche, daran etwas zu ändern verliefen bisher ohne Erfolg. Aber wer hätte es jetzt eigentlich in der Hand hier zumindest das Elend der Tiere und der Lohnsklaven zu mindern?

Aus meiner Sicht liegt eine der Antworten in Mindeststandards! Billigpreise sind ein Problem, doch eine künstliche Verteuerung von diesem Ramsch (eigentlich dürfte man gar nicht mehr von Lebensmitteln sprechen), mit dem sich Millionen von Menschen täglich ihre Gesundheit zerstören, ist nicht die Lösung. Mindeststandards wären eine passende Antwort auf diese Zustände und gezielte Förderung von kleineren Produktionsstrukturen.

Es ist aus meiner Sicht nicht zielführend dem Konsumenten die ganze Verantwortung aufzubürden, nach dem Motto „du hast es in der Hand“ und den Rest regelt der Markt. Dem Markt wohnt keine eigene Vernunft inne. Oder hat es der Markt geschafft, jene Leute mit Schutzmasken und Desinfektionsmittel auszustatten, die diese gebraucht hätten um andere Menschenleben zu retten?

Aber wir könnten Standards einfordern, die uns Sicherheit geben und die uns andererseits – quasi als Begleiterscheinung – mehr Genuss garantieren.

Kommentare und Antworten

Login anmelden und Kommentare hinzufügen.
Sei der erste der kommentiert
Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Unternehmer aus Leidenschaft, Familienvater, Hobbysportler und Genussmensch!

g.hinterkoerner@movement21.at

Beitrag drucken
PDF Download
Vorteile als m21 Mitglied:
Movement 21 Blog:
Schmöker rein, oder mach es dir bequem und höre dir die Podcasts an. Hier gibt es wöchentlich Neues für dein persönliches Wachstum. Für deinen Perspektivenwechsel.
Diskutieren:
Du kannst dich einbringen, mit anderen Free Movern in einen niveauvollen Diskurs treten und dich vernetzen. Jeder Beitrag bietet die Möglichkeit zum Diskurs und zum Austausch eigener Erfahrungen.
Newsletter:
Aktuell und immer Interessant, widmet sich der Movement 21 Newsletter unmittelbaren Themen, die gerade unter den Fingernägel brennen.
Free Mover werden
Event Einladungen:
Ein spannendes Thema, mindestens zwei interessante Key Speaker und eine außergewöhnliche Location. Mindestens 6x im Jahr bist du dazu eingeladen.
Video Calls:
Videokonferenzen, schnell einberufen, zu einem aktuellen Diskussionsthema oder zu einer Problemlösung, oder ganz einfach zum Erfahrungsaustausch.
Wissensmatrix:
Du hast Zugang zu einer Wissensmatrix die detailierte Informationen aus verschiedensten Fachbereichen liefert.
Geschenk:
Einige Tage nach deiner Anmeldung wird dir ein Geschenk zugestellt, dass dir bei einer wichtigsten Dinge der Welt eine Hand freit hält.
First Mover werden
Firmenveranstaltungen:
Wir können auf Wunsch eine Veranstaltung in deinem Unternehmen organisieren. Bei diesem Event besteht die Chance viele Botschafter deines Unternehmens zu gewinnen.
Beratungsleistungen & Seminare:
Als Partnerbetrieb steht dir individuelle Beratungsleistung zur Verfügung. Du bekommst laufend Updates über die gesamten Möglichkeiten unseres Netzwerkes.
Kooperations- und Beteiligungsmöglichekiten:
Innerhalb der Movement 21 Community entstehen laufend neue Projekte und auch einige Firmengründungen wurden schon umgesetzt.
Mitgestaltung des Movement 21 Manifest:
In Abstimmung mit dir werden Absichten und Ziele definiert die künftig in unserer Gesellschaft massiv an Bedeutung gewinnen werden. Das Manifest wird als Leitfaden für einen wirtschaftlichen Erfolg dienen.
Partner werden
Gastbeitrag
Wirtschaft
Neueste Beiträge

Raucher sind die produktiveren Mitarbeiter!

von Ralph Egger
„Gewagte Ansage“ werden sich jetzt einige denken oder auch vielleicht „so ein Blödsinn“.
Einige Raucher freuen sich vielleicht und fordern von ihrem Chef eine Gehaltserhöhung.
Es ist aber nicht das Nikotin, das einen Raucher leistungsfähiger werden lässt – es sind die Pausen!
Dazu gibt es auch eine Studie der Universität Zürich aus dem Jahr 2012.
Wirtschaft
Meistgelesen

Sex sells

von Gerhard Hinterkörner
Es ist nichts Neues: spärlich bekleidete Frauen werden schon lange genutzt, um auf Produkte aufmerksam zu machen. Manchmal auch durch pornographische Darstellungen werden Marken angepriesen, die in keinem direkten Zusammenhang mit einem Frauenkörper stehen. Manchmal ist das auch richtig gut gemacht.
Wirtschaft

Feel-Good-Manager

von Gerhard Hinterkörner
Mit meinem Schlaraffenlandbericht habe ich auf den richtigen Knopf gedrückt. Viele von euch haben darauf reagiert, kommentiert, mir geschrieben oder mich angesprochen. Einige von Euch haben eine Verbindung zu Bhutan hergestellt. Dies ist ja das einzige Land, in dem das Recht auf Glück in der Verfassung festgeschrieben ist. Dort wird anstelle des Bruttosozialprodukts das Bruttonationalglück gemessen. Eine Fist Moverin stellte die Frage: Warum nicht etwas in einem Unternehmen installieren, was sogar in einem ganzen Land funktioniert?
Wirtschaft
Meistgelesen

Gründet keine Firmen mehr

von Gerhard Hinterkörner
Ich bin Unternehmer aus Leidenschaft. Im Laufe der letzten Jahre durfte ich mich an einigen Unternehmen beteiligen und hab selbst schon mehrere Firmen gegründet. Zuvor war ich in leitender Position bei verschiedenen Firmen und Konzernen tätig und wenn mir jemand gesagt hätte, was ich in der Selbstständigkeit alles erleben darf und muss, ich hätte es mir wahrscheinlich nicht zugetraut. Aber: ich bereue nichts und bin dankbar für alles, was ich erleben durfte.
MOVEMENT 21 jetzt auch als App
Alle Podcasts gibt es jetzt für unterwegs mit offline-Verfügbarkeit