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Wirtschaft

Das ist kein Museum

In seiner Gegenwart soll niemand die KTM Motohall ein Museum nennen, sagte der Eigentümer noch bei der Eröffnung. Nachdem jetzt die kulturelle Millionenförderung bekannt geworden ist, spricht unser Landeshauptmann von nichts anderem mehr. „Nachdem es ein Museum ist, kommt das Geld selbstverständlich aus dem Kulturtopf.“

20.08.2019

Natürlich ist es kein Museum. Wie ebenfalls vom KTM Chef persönlich definiert, ist es das „Allerheiligste der Marke“. Der Gral! Eine perfekte Inszenierung der Markenwelt und Philosophie. Genial und clever wie das Unternehmen selbst und cool, wie die Produkte, die aus dieser Schmiede kommen.
KTM ist auch höchst erfolgreich damit. Dreistellige Millionengewinne im Jahr beweisen, dass hier sehr viel richtig gemacht wird.
 
Darum verstehe ich es umso weniger, dass es hier engste Kontakte, Seilschaften und Briefe an Landeshauptleute braucht, um Töpfe anzuzapfen, wo das Geld der KTM-Fahrer und der restlichen Steuerzahler parkt. Auch wenn man es so hindreht, dass rechtlich alles im Lot ist - aber ist so etwas wirklich notwendig?
 
Ich habe mir bei Gründung der Movement 21 vorgenommen, diese Plattform möglichst frei von politischen Themen zu halten. In diesem Fall mache ich eine Ausnahme, weil für mich bei dieser Causa der wirtschaftliche Imageschaden weit höher ist, als der politische.
 
Viele haben bereits der Politik jede Glaubwürdigkeit abgesprochen und es gibt kaum noch ein Ereignis, das den Blutdruck merklich heben würde. Das Ergebnis dieser Einstellung merken wir ja in den politischen Konstellationen und an jenen Figuren, die es mittlerweile bis nach ganz oben schaffen, und nicht zuletzt an dem Prozentsatz, der am Wahltag gar nicht mehr weiß, was er wählen soll und daher lieber zuhause bleibt und sich einen Kulturbeitrag ansieht. Zum Beispiel ein Motorradrennen.
 
Noch viel trauriger für mich ist jedoch, dass durch solche Beispiele auch die Wirtschaftreibenden generell in Sippenhaft genommen werden. Durch dieses „Spiel der Großen“ werden tausende Unternehmer im Land ebenfalls kollektiv der Gier, Ausbeutung und Skrupellosigkeit verdächtigt. Die Unternehmer sind keine tanzenden, mit Geldscheinen um sich werfenden Unmenschen, so wie es die OÖ Arbeiterkammer in einem Werbespot dargestellt hat. Bei vielen Unternehmern, die ich persönlich kenne, fragt man sich nach der Begrüßung, wie viele Mitarbeiter man schon hat. Und wenn es schon wieder mehr geworden sind, dann gratuliert man sich dazu. Die steigende Mitarbeiteranzahl als Indikator für Erfolg versus Gewinnmaximierung und Köpfezählen bei vielen Konzernen.
 
Unternehmer von diesem Schlag haben es nicht verdient, in eine Reihe mit jenen gestellt zu werden, die jede Moral abgelegt haben. Dieses KTM Motohall Beispiel gibt mir aber auch sehr viel Energie. Denn es zeigt mir auch eines: wie wichtig eine Initiative wie die Movement 21 in diesen Tagen geworden ist. Ich arbeite an diesem Projekt mit Bescheidenheit und großer Demut, aber andererseits muss ich es auch „groß denken“ um meinen Energiepegel auf einem hohen Niveau zu halten. Daher bin ich überzeugt davon, dass wir gemeinsam einen Gegenpol zu diesen Entwicklungen bilden können. Einfach indem wir unsere Meinung dazu äußern und uns damit von diesen Kategorien klar abgrenzen.
 

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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