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Mind the Gap

Durch den Publikumserfolg „Bauer unser“ ist Robert Schabus vielleicht einigen bekannt. Mit etwas Verspätung ist mir sein neuestes Werk „Mind the Gap“ in die Hände gefallen. Mich hat dieser Film berührt und mir wieder einmal gezeigt, wie brüchig manchmal die eigenen Glaubenssätze sein können.

Schabus‘ Konzept ist wieder ein bewährtes: er fährt direkt zu den Schauplätzen. Diesmal holt er Menschen vor die Kamera, die Opfer von Absiedelungen von Betrieben geworden sind. Er lässt sie ihre eigene Sicht darstellen. Diese Menschen stehen im Mittelpunkt. Jene, die mit ihrer Wut und Ohnmacht allein gelassen wurden und jeden Glauben an die Institutionen verloren haben.

Der Schlüssel für mich bei diesem filmischen Konzept: diese Menschen werden angehört, es wird ihnen nicht widersprochen und es erfolgt auch keine Belehrung. Dadurch funktioniert dieser Film so gut als Denkanstoß. Es wird offensichtlich, warum diese Menschen das Vertrauen in die Politik verloren haben, warum es keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft gibt und warum dies ganz klar an die Substanz der Demokratie geht.

Nebenbei liefert Schabus durch die Auswahl von Persönlichkeiten, wie der Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann, eine bestechende und fundierte Analyse des Neoliberalismus. Er reist quer durch Europa und zeigt uns die Schattenseiten eines Wirtschaftens, das sich zu sehr und einseitig an den Bedürfnissen und Wünschen der Großkonzerne orientiert.

Mir persönlich hat dieser Film gleich mehrere Erkenntnisse gebracht: er hat mir wieder einmal gezeigt, dass es sehr dienlich sein kann, den Menschen längere und genauere Aufmerksamkeit zu schenken. Und es wird auch klar, dass sich diese Bevölkerungsschichten nicht mehr durch die etablierten Parteien vertreten fühlen. Ja selbst die Brexit Entscheidung wird angesichts der Schilderungen aus den Arbeiterbezirken in England nachvollziehbarer.

Aber viel entscheidender für mich war die Erkenntnis, dass wir manchmal viel zu schnell mit unseren Vorurteilen sind. Meine wertvollste Erkenntnis aus dieser Dokumentation ist, dass zwar offensichtlich die Hauptprotagonisten dieses Films Wähler der demokratiefeindlichen Parteien sind, wir sie aber trotzdem nicht mit diesen gleichsetzen dürfen.

Insofern ist dieser Film eine wunderbare Übung in Demokratieverständnis und Toleranz. Unbedingt ansehen!

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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