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Lesen macht schön!

Kafka sagte: „Das Buch ist die Axt für das gefrorene Meer in uns“. Es heißt ja immer „Sommer ist Lesezeit“. Für mich persönlich ist der Sommer jene Zeit, in der ich mit Sicherheit am wenigsten zum Lesen komme. Es ist hell bis tief in die Nacht, die Terrasse ladet zu geselligen Treffen mit Freunden ein, der Griller will befeuert werden und der Wein ist eingekühlt. Wenn die Tage wieder kürzer werden, sieht das schon ganz anders aus: da kann man sich ungehemmt mit einem guten Buch um 21 Uhr ins Schlafzimmer verziehen. Es ist ja schon eine Ewigkeit dunkel.

20.07.2019

Trotzdem möchte ich im Hochsommer die Werbetrommel für mehr Literaturkonsum rühren. Ich denke, Kafka hat hier einen der zahlreichen Vorteile von Büchern angesprochen, der weitgehend unterschätzt wird.
Lesen weckt und fördert die Empathie.
 
Wenn man Autoren zuhört, wie sie selbst ihre Bücher beschreiben, fasziniert mich immer wieder, wie sehr sie sich mit den Figuren auseinandersetzen, ja wie sie selbst zu diesen Figuren (ähnlich den Schauspielern) werden. Das bedingt die Fähigkeit, sich vollständig auf andere Charaktere einlassen zu können. Gleichgültig ob dieser Charakter Sympathie, Befremdung oder gar Abstoßung hervorruft. Dies erfordert natürlich ein hohes Maß an Reflexion gegenüber Wertvorstellungen, Prinzipien oder Moral.
 
Uns als Leser bleibt dies natürlich auch nicht vorenthalten. Wir können uns auf Gefühlswelten einlassen, die weit weg von unseren eigenen sind. Aber es wird etwas übrig bleiben davon. Irgendwo in unserem limbischen System werden wir einen kleinen Teil davon abspeichern. Und genauso wie das Lesen von Büchern unser Vokabular erweitert, unsere Ausdrucksweise verbessert, uns neugieriger macht, weltoffener und wortgewandter – kurz gesagt einfach um Welten attraktiver – trägt dieser Teil dazu bei, unser Einfühlungsvermögen zu steigern.
 
Ein weiterer Aspekt, dem meiner Meinung nach zu wenig Beachtung geschenkt wird: lesen Sie laut. Sobald die Kinder sich weigern, uns mit der Gute-Nacht-Geschichte in ihr Zimmer zu lassen, verlieren wir augenblicklich diese Fähigkeit. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass insbesondere bei einer Fremdsprache diese Methode um einiges besser ist, als leise zu lesen. Ein Buch auf Englisch laut zu lesen, hat den enormen Vorteil, dass sich die Scheu, Englisch zu sprechen, massiv verringert. Man weiß ja bereits, wie das klingt und fühlt sich entsprechend sicherer. Dass sich dabei auch die Aussprache verbessert, ist eine schöne Begleiterscheinung.
 
Ich bin auch optimistisch was die Zukunft des Buches angeht (es wird also auch in Zukunft noch schöne Menschen geben!). Derzeit hält eher die ältere Generation den Buchmarkt noch stabil. Aber im Endeffekt wird es egal sein, mit welchen Medium künftig die jüngeren Menschen ihren Lesestoff konsumieren.Bei einem E-Book fehlt zwar die Haptik, dafür bietet es andere Vorteile, habe ich mir sagen lassen. Z.B. das Lesen am Abend im Bett ohne störendes Licht für den Partner oder die Partnerin.
 
Und falls Sie mal unschlüssig sind, welches Buch sie kaufen sollen, darf ich ihnen die Sendung „erLesen“, die 14-tägig am Dienstag-Hauptabend auf ORF III ausgestrahlt wird, ans Herz legen. In diesem Magazin werden neben den Neuerscheinungen auch Kunst und Kulturthemen mit Prominenten besprochen. Überaus geistreich und witzig. Der Schlusssatz lautet im Übrigen immer: „Bleiben sie Leser“ … dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
 

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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