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KU 7 - as businesss becomes art

Wer im Segelboot sitzt und rudert, oder glaubt rudern zu müssen, rudert an der Eleganz des Segelns vorbei. Dabei ist Segeln eine der schönsten Arten der Fortbewegung zu Wasser. Hart am Wind die Wasseroberfläche mit dem Bug zu zerschneiden, die Taue fest gespannt oder anderntags mit Schmetterlingssegel vom Wind sanft aufgeblasen übers Wasser zu gleiten kann an Ästhetik kaum überboten werden.

20.11.2019

Dabei bin ich keine Seglerin, ich mach mir nur Gedanken, wie ich in meinem Businessalltag vom Ruderer zum Segler werden kann, vom Macher zum Gestalter und vom festgefahrenen zum kreativen Menschen.   Es sind immer die gleichen Situationen, vor denen ich Angst habe. Immer wieder schaffen es die gleichen Personen, mich endlos zu ärgern und es wiederholen sich die Momente im gleichen Modus, die mich ins Unglück stürzen. Projekte verlieren an einem bestimmten Punkt schon beinahe einer Vorsehung entsprechend wieder ihre Bedeutsamkeit und ich leide in der gleichen Art wie schon beim letzten Mal.

Dabei sitze ich bis spät in die Nacht und arbeite, checke emails, bin unendlich „busy“ und hoffe, dass mein Engagement und meine Identifikation auch wahrgenommen werden. Ich arbeite hart an meiner Selbstverwirklichung. Nein, du ruderst, du ruderst und übersiehst den Wind, die Wellen, die stillen Gewässer. Das Leben kann nicht linear gedacht werden. Geradlinigkeit brauchen wir fürs nackte Überleben und um uns zu organisieren, nahe gesetzte Ziele zu erreichen.

Selbstverwirklichung am Arbeitsplatz braucht die offene See, um Segeln zu können, gestalten zu können, um kreativ zu sein. Wenn wir nicht wollen, dass uns der Alltag auffrisst, der viel zu oft  nur eine zur Regel gewordener Ausnahmezustand ist, dann müssen wir  die Taue zerschneiden, die uns die Hände zum kreativen Arbeiten fesseln, müssen uns Ruhezonen schaffen und alleine sein.

Ein Künstler geht meist allein in sein Atelier, um sich selbst zuhören zu können. Er arbeitet keine to-do Listen ab, sondern lauscht dem inneren Wind, den inneren Wellen und Bildern. Diesen Impulsen folgend geht er ans künstlerische Schaffen. Sitzen wir hingegen plötzlich allein und still abseits aller Ablenkungen und Listen im Büro, gleicht der Geist eher einem verrufenen Viertel, in das man nicht gerne allein geht. Und trotzdem sollten wir es wagen oder besser ausgedrückt, es uns gönnen, allein zu sein. Ganz schnell wird dann das verrufene Viertel da oben im Kopf zum Geheimtipp. Ideen werden am besten im Alleinsein erarbeitet, erst mit den umgesetzten Entwürfen gehen wir wieder in Kontakt mit anderen und entwickeln sie weiter.

Positiv erlebtes Alleinsein führt zum freien, unabhängigen Denken und zur Konzentration. Beides sind wichtige Bedingungen für Kreativität. Der Japaner Yoshida Kenko schreibt, wohlgemerkt bereits im 14.Jhdt, in seinen Betrachtungen aus der Stille „Wenn ich allein und in Muße bin, sitze ich den ganzen Tag vor meinem Tuschkasten und schreibe alles, was mir durch den Kopf geht, ohne Zusammenhang und ohne bestimmte Absicht auf. Dabei ist mir recht wunderlich zumute….“ Für Kreativität brauchen wir Handlungsspielräume, Zeit und Ruheräume. Der Zeitpunkt lässt sich finden, die äußeren Spielräume für sich oder seine Mitarbeiter so zu verändern, dass dem kreativen Schaffen Platz gemacht wird. Wie schade, wenn anstelle der anfänglichen Euphorie für einen Job, einer Idee oder einem Unternehmen allmählich Frustration aufkommt, weil wie oben beschrieben, der Alltag eine zur Regel gewordene Ausnahmesituation wird.

Zurück zum Segelboot - natürlich gibt’s auch beim Segeln Ausnahmesituationen. Mit viel Glück dreht sich das Boot in den Wind und alles flackert hin und her. Der Segler hat Zeit, die Fahrt neu aufzunehmen. Diesmal vielleicht konzentrierter, bewusster und spielerischer, sodass die Schubkraft genossen werden kann, man mit dem Boot und den Elementen verschmilzt. Stellt sich kurz vorm Hafen eine Flaute ein, kann immer noch gerudert werden!                               

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Die Autorin
Sandra Schwaiger

Inhaberin des Yogastudios innen.raum., Yogalehrerin und leidenschaftliche Denkerin über die großen Fragen des Lebens. Gemüsegärtnerin und Autodidaktin.

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