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KU 13 Gute Kommunikation und gepflegte Sprache werden zur Rarität

Mit richtiger Grammatik und Kultur zu kommunizieren, ist vor allem auch in der Werbung ein Bildungsauftrag.
Ein altes, niveauloses Spielchen greift immer mehr um sich. „Mein Neuer ist so sanft und trotzdem stark – natürlich habe ich das Auto gemeint.“ (Wie könnte man etwas anderes vermuten?)

04.03.2020

Ähnliches ist derzeit in verschiedensten Werbungen zu hören. Sogar beim steirischen Apfel: „Mein Neuer ist so süß und knackig!“ … Schön, dass man auch schon bei Äpfeln die neuen bewirbt (bei alten bringts eh nix).

Der Gipfel war ein Spot einer Poolfirma, in dem eine Frau mit lasziver Stimme fragte: „Gefällt dir, was du da siehst? Dann mach dir‘s doch selber.“ Ganz klar, es geht ums Reinigen des Pools, das kann er mit dem neuen Gerät jetzt perfekt selber machen. Schön wäre halt doch, ein gewisses Niveau zu halten.

Die deutsche Sprache ist nicht überall gleich.

Die Globalisierung erfordert natürlich, dieselbe Werbung im gesamten deutschsprachigen Raum einzusetzen. Dass dabei die deutsche Aussprache des bevölkerungsstärksten Nachbarlandes dominiert und nicht nach Ländern mutiert wird, bringt für das österreichische Ohr skurrile Aussagen zu Tage. Eine Eigenheit, die fast ein Drittel der Radio- und Fernsehwerbung betrifft, ist zum Beispiel, dass in der Aussprache häufig die in der Mehrzahl erforderliche Nachsilbe „en“ weggelassen wird (und das Wort damit eigentlich wieder zur Einzahl wird).

Zum Beispiel: Ich habe ein Problem, kann aber auch mit mehreren Problem(en) zu kämpfen haben. Das funktioniert auch mit mehreren Nam.., Versicherung.., Plän.. . 

Wenn dann nach einem Spot für ein Mittel gegen Darmbeschwerden einer folgt, der 50% auf die gesamte Dam(en)kollektion verspricht, da muss man schon kurz nachdenken. Meine Lust war groß, im beworbenen Geschäft nach 30 cm Dünndarm und einem kompakten Blinddarm zu fragen.

Wenn man jemandem aus der Seele sprechen will, dann muss man auch seine Sprache sprechen und vielleicht einmal einen Spot für andere Länder mutieren. Hat nicht auch unsere Christl Stürmer mit ihrer Sprachwandlung zum Nachbarland dort viele Fans gewonn(en) und mit „Million(en) Lichter“ in Österreich Publikum verloren?

Euer kritischer Erwin

„Dafür steh ich mip meim Nam“, (sagt doch auch der Marktführer für Babynahrung).

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Der Autor
Erwin Krinninger

Erwin Krinninger ist im Oktober 1963 geboren.

Als Werbe-Allrounder, Fotograf und Marketingleiter machte er sich 1994 mit einer Werbeagentur selbstständig.

Beruflich bedingt als kritischer Beobachter, menschlich ein Kämpfer für ehrliche Werte und textlich als Autor ein Verfechter unserer Sprache, schreibt Erwin gerne mit spitzer Feder, Sarkasmus und auch Selbstironie.

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