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KU 12 Emotionen sind etwas für das Kino

Christian Mayer gegen Feller und Feller gegen Christian Mayer heißt das verbale Duell, das derzeit die medialen Wogen hochgehen lässt.

Eigentlich sollten wir uns ja darüber freuen, dass es noch Menschen gibt, die emotional reagieren. Emotionen begleiten uns den ganzen Tag, ob wir uns in der Früh schon freuen, wenn uns der Hund freudig begrüßt und uns eines der Kinder zum Lachen bringt, oder wir uns auf dem Weg in die Arbeit über jemanden ärgern, der ganz offensichtlich um Lichtjahre schlechter Auto fährt, als man selber. Emotionen sind allgegenwärtig und beeinflussen unsere Wahrnehmung.

11.02.2020

Aber offensichtlich genügt es heutzutage schon, wenn einem ehemaligen Skirennläufer der Fahrstil eines anderen aktiven Sportlers das Wasser in die Augen treibt, einen medialen Skandal bzw. eine Schlammschlacht in den sozialen Medien auszulösen. Sie wissen es, ich weine keinen guten alten Zeiten hinterher, trotzdem sei angemerkt, dass es in Österreich Zeiten gegeben hat, da haben sich die Tennisstars wie Muster, Skoff und Antonitsch – hoffnungslos übers Kreuz – sogar bei den Daviscup Turnieren auf das wüsteste beschimpft. Ein Doppel ist mir besonders in Erinnerung, bei dem sie sich permanent gegenseitig als „Ochs“ und „Oarsch“ betitelten und ob der jeweils andere beim Einzel gewinnt oder nicht, war ihnen auf der Pressekonferenz „wurscht“.

Ich denke es sollte uns nicht so nahe gehen, wenn ein Ex-Skirennläufer sich zum Fahrstil von Feller äußert. Eine Einzelmeinung wie Millionen anderer. Im Sport ist jeder ein Experte und das ist gut und recht so. Dient der Stimmung. Ansonsten landen wir bald bei einem Veraltenskodex wie in der Geschäftswelt. Ein CEO eines der gößten Pharmakonzerne der Welt hat vor kurzem gemeint: „ Emotionen haben in der Geschäftswelt nichts verloren. Die sind etwas für das Kino“. Das Einzige was im Business zählt ist das Rationale, das Nüchterne und die Vernunft.

Ich behaupte das exakte Gegenteil! Wir brauchen ein Gefühlsmanagement, den Emotionen sind etwas absolut Nützliches. Fragen Sie sich einmal, welche Produkte oder Dienstleistungen Sie am meisten begeistern! Es sind fast immer Dinge, die Sie auch auf einer emotionalen Ebene berühren. Wie sollen gefühlskalte Manager und Führungskräfte ein Produkt entwickeln, das genau das berühren soll, was sie selber entweder verloren haben oder pro aktiv bei ihren Mitarbeitern verdrängen?

Massenhafte Hasspostings, wie jetzt wieder im eingangs erwähnten Fall an der Tagesordnung, braucht wirklich niemand. Aber diese Menschen spielen sowieso in der untersten Unterliga und ein Aufstieg in eine der oberen Klassen ist nur durch Aufmerksamkeit und Interesse möglich. Strafen wir sie mit Ignoranz, aber verlieren wir dabei nicht unsere Emotionen.

Wer permanent seine Emotionen unterdrückt, verliert den Kontakt zu sich selber. Können Sie sich einen Trainer vorstellen, der keine Emotionen zeigt? Warum wollen wir dann in der Wirtschaft diese Art von Führung haben?

Ohne Gefühl auch keine Empathie und ohne Empathie keine Verbundenheit zwischen Trainer, Management und Mitarbeitern. Nur bei dieser Verbundenheit fühlen sich die Mitarbeiter gehört, gesehen und auch wahrgenommen.

Entbehrlich sind auch cholerische Kollegen oder Stimmungsschwankungen. Da gibt es große Unterschiede zur Emotion, aber lassen wir es uns durch die Angst vor solchen Entgleisungen nicht nehmen, unserer Freude und unserem Stolz Ausdruck zu verleihen. Mit großen Emotionen!

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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