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KU 2 - Klangwerk und Feuerwolke

Ich war wieder mal bei der Linzer Klangwolke. Was tut man nicht alles für die 17jährige Tochter an ihrem Geburtstag?
Ohne Bühnenplatz gesellten wir uns beim Lentos zu den vielen tausend anderen Zusehern, die - wie alle Jahre wieder - nicht die geringste Ahnung hatten, worum es bei dieser Inszenierung eigentlich gehen sollte.

Schön sind die Schiffe anzusehen, wie sie sich rechtzeitig bevor sie die Menschenmassen rechts und links der kleinen Bühne passieren, wieder abwenden, oder die Lichter abschalten, um zu verhüllen, welche Choreografie oder was auch immer sich gerade noch an Deck abgespielt hat.
 
Aber das macht ja nichts, das sind die Leute - wie ich gemerkt habe - mittlerweile alle gewöhnt. Der Großteil von ihnen kommt sowieso nur wegen dem fulminanten Feuerwerk. Auf diesen Umstand möchte ich noch etwas genauer eingehen. Zuvor aber noch ein witziges Detail: bei dieser riesigen Lentos-Überdachung, wo wir standen, war dankenswerterweise genau hinter uns ein Stand mit Köstlichkeiten wie belegten Broten, selbstgemachten Mehlspeisen, allerlei Getränken, sogar ein gutes Gin Tonic gab es, sehr freundliche Bedienung und das allerbeste: eine Riesen-Lautsprecherbox, aus der Janis Joplin röhrte. Quasi eine Gegenveranstaltung, die dort offensichtlich keinen Menschen störte. Uns auch nicht, so hatten wir zumindest eine Beschallung zu den finsteren Schiffen.
 
Nun aber zurück zum Feuerwerk:
Mit großem Erstaunen habe ich nach der Veranstaltung gelesen, dass es bei der Inszenierung um Nachhaltigkeit und Klimawandel gegangen ist. Und zu diesem Thema findet dann ein Feuerwerk statt, das sich in den Kritiken von Superlativen wie fulminant und bombastisch gar nicht mehr erwehren kann. Für alle, die es nicht wissen sollten: bei einem Feuerwerk in dieser Größenordnung wird ein sehr große Menge Feinstaub freigesetzt. Jener Feinstaub, der nicht in den Lungen der hunderttausend Besucher landet, sickert in das Gewässer und die Böden ein. Die Schweiz hat mal errechnet, dass mittlerweile ein bis zwei Prozent der gesamten Feinstaubbelastung von den Feuerwerken kommt. Von den Produktionsbedingungen in China oder Indonesien, wo diese Feuerwerke produziert werden, möchte ich gar nicht erst reden.

Nachhaltigkeit?
Also ich denke, die Themenverfehlung könnte nicht massiver sein! Gerade so, als würde man ein kulinarisches Fest zum Thema gesunde, regionale und frische Lebensmittel veranstalten, und zum Essen einen Schweinsbraten aus polnischer Massentierhaltung anbieten.
Bitte verstehen sie mich nicht falsch! Ich möchte niemandem die Klangwolke oder ein schönes Feuerwerk verbieten. Aber interessant wäre die Frage für mich schon, wie viele Leute zur Klangwolke kommen würden, wenn sie ohne bombastischen Feuerwerk endet!?
 
Und wenn ich danach lese, dass dieses Event hunderttausend begeisterte Besucher hinterlassen hat, dann würde ich den Redakteuren dieser Schlussfolgerungen empfehlen, sich mal unter jene tausende Besucher zu mischen, die nicht auf der Bühne Platz finden.
 
Also an unserem Standort waren die Besucher auch begeistert, zumindest von dem Angebot des Standes, von Janis Joplin und natürlich vom fulminanten Feuerwerk.
 

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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