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WISS 8 - Kinder als Umweltbedrohung

In ihrem Buch "Kinderfrei statt kinderlos. Ein Manifest" bezeichnet die deutsche Autorin (und Lehrerin) Verena Brunschweiger Kinder als das Schlimmste, was wir unserer Umwelt antun können. Es wird errechnet, dass jedes nicht in die Welt gesetzte Kind rund 50 Tonnen CO2 im Jahr erspart.

27.11.2019

In Österreich bleiben aktuell rund 20 Prozent der Frauen kinderlos. Natürlich nicht nur aus der Motivation heraus damit das Klima zu retten, sondern auch aus vielen anderen Gründen. An erster Stelle dabei steht wohl die Zukunftsangst. Immer wieder taucht hier die Aussage über die Unverantwortlichkeit auf, die es bedeutet ein Kind in eine so unsichere und furchtbare Welt zu setzen. Ja manche gehen soweit, den Kinderverzicht überhaupt an erster Stelle zu setzen, wenn es darum geht, uns überhaupt noch eine Überlebenschance einzurechnen. 

An der absoluten Spitze für mich steht die Angst davor, es später einmal dem Nachwuchs - von dem man ausgeht, dass er einmal vorwurfsvoll sein Dasein bei den Eltern anprangert - erklären zu müssen, warum es ihn überhaupt gibt. Die Unverantwortlichkeit, im vollen Wissen über den katastrophalen Zustand unserer Erde ihn überhaupt noch in die Welt gesetzt zu haben, wird sich nicht ohne ernsthafte Konflikte erklären lassen.

Was für ein Schwachsinn!

Noch im Jahr 1948 brachte eine Frau im Schnitt fünf Kinder zur Welt. Im Lauf der letzten 50 Jahre sank diese Zahl dramatisch auf einen globalen Durchschnitt von knapp unter 2,5 Kinder. Der Hauptgrund für diesen Rückgang ist, dass Milliarden von Menschen ihre extreme Armut hinter sich gelassen haben. Zahlreiche Studien beweisen: sobald der Wohlstand wächst, entscheiden sich die Menschen für weniger Kinder.

Wie wir wissen, aber manchmal halt anders fühlen, leben wir in den besten Zeiten, die wir jemals hatten. Mehr Sicherheit, mehr Bildung und höhere Lebenserwartung. Und trotzdem ist es die Angst vor der ungewissen Zukunft, die viele zu der Entscheidung finden lässt, kinderlos zu bleiben oder bis Vierzig unentschlossen zu bleiben.

Bitte verstehen sie mich nicht falsch. Ich bin nicht von jener Sorte, die Frauen in die klassische Mutterrolle drängen wollen, ganz im Gegenteil. Es gibt mit Sicherheit viele persönliche Gründe, warum man sich gegen ein Kind entscheidet. Bei vielen passt es einfach nicht mehr ins Lebenskonzept und dagegen ist rein gar nichts einzuwenden.

Aber einen insgeheimen Kinderwunsch zu unterdrücken, um damit die Welt zu retten, kein schlechtes Gewissen zu haben oder einer späteren Diskussion aus dem Weg zu gehen, finde ich schon äußerst merkwürdig. Um es positiv zu formulieren.

Ich bin ein Positivist. Daher habe ich eine Botschaft für diese junge Menschen: Die Menschheit wird Lösungen für die zweifelsohne großen Herausforderungen finden. In Kanada gibt es bereits eine "NofutureNochildren"-Bewegung, die von der Regierung nachhaltige Klimapolitik fordert und so lange kinderlos bleiben will, bis diese Forderung erfüllt ist. Ich glaube, es gibt auch andere Druckmittel.

Bleibt bei einer Familienplanung des Herzens!

In den 70er Jahren, in der Zeit, wo ich mich schon auf mein erstes Auto gefreut habe, wurden auf einmal die autofreien Tage eingeführt. Und zwar als Maßnahme gegen die drohende Verknappung von Erdöl. Das war für mich die größte Horrormeldung. Endlich den Führerschein und dann vielleicht noch einige Jahre ein eigenes Auto und dann ist es zu Ende mit dem Erdöl? Von den ganzen anderen Katastrophen, die im Kontext mit dieser Verknappung diskutiert wurden, möchte ich hier gar nicht sprechen.

Liebe ängstliche Millennials: Ihr werdet es nicht glauben, aber selbst mit diesen düsteren Aussichten entschieden sich die Menschen für eine Familie. Was für eine mutige Entscheidung!

 

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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