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Gesellschaft und Wissenschaft

WISS 7 - Medialfeiertag

Mit großer Freude habe ich mich am vergangenen Nationalfeiertag durch die Printmedien gelesen. Die Presse z.B. hatte in einer Spezialausgabe das Motto "So schlecht geht´s uns nicht!" und es fühlte sich schon beinahe komisch an, bei jedem Umblättern mit einer anderen guten Nachricht oder positiver Sichtweise konfrontiert zu werden. Diametral dazu titelte der Standard "Neues Denken braucht das Land" und führte den stark verbesserungswürdigen Zustand unserer Welt im Allgemeinen und den von Österreich im Besonderen ins Treffen. Aber nicht ohne zuletzt die Frage zu stellen, welchen Ansatz es braucht, um die Menschen zukunftsfroher, neugieriger oder innovativer zu machen.

31.10.2019

Ich habe ja in einen meiner früheren Beiträge schon über ein Buch Namens „Factfulness“ berichtet, in dem es darum geht, die Welt so zu sehen, wie sie tatsächlich ist. Es gibt beispielsweise Bereiche, in denen die Welt Tag für Tag besser wird. Wir bleiben immer länger gesund, die Lebenserwartung steigt rasant. Auch wenn man es im Alltag oft nicht für möglich hält, die Menschheit war noch nie so gebildet wie heute. Der Wohlstand steigt - viele einst arme Länder haben große Fortschritte gemacht. Wir leben so sicher wie noch nie, auch wenn wir täglich Berichte von Kriegsschauplätzen sehen, ist dies kein Vergleich mit den vergangenen Jahrhunderten, wo die vielen blutigen Kriege nur von kurzen Friedenszeiten unterbrochen wurden. Und diese Faktoren führen letztendlich dazu, dass wir auch immer zufriedener werden. Von wegen „gute alte Zeit“. Auch dies belegen viele internationale Studien ganz klar: durch mehr Geld, Gesundheit und Sicherheit steigt das Empfinden der Menschen, eigentlich auch glücklicher zu sein, oder zumindest zufriedener, oder vielleicht noch die österreichische Version: "Passt schon!" (= viele Dinge sind eigentlich ganz in Ordnung).

Einige Redakteure der Presse fühlten sich fast bemüßigt, eine Entschuldigung zu platzieren, nach dem Motto "die rosa Brille steht dem Journalismus schlecht". Es gibt ja Studien die beweisen, dass z.B. in den Nachrichten zwei positive Meldungen genügen, um die Leute zum um- oder abschalten des Fernsehers zu bewegen. Wer will schon Berichte über eine bessere Welt hören, sehen oder lesen und damit den Beweis geliefert bekommen, dass man als professioneller Schwarzmaler vielleicht falsch liegt?

Also ich denke mir, dass in der Mischung zwischen der Headline der Presse „so schlecht geht´s uns gar nicht“ und dem Aufruf des Standards "neues Denken braucht das Land" ein unglaubliches Potenzial liegt.

Gestern saß ich mit einem Freund beisammen, dieser ist Pilot bei der AUA und seit vielen Jahren auf der sogenannten Langstrecke unterwegs. Nachdem er ein unglaublich sympathischer und geselliger Mensch ist, verfügt er natürlich über ein großes Netzwerk quer über den gesamten Globus. Und er hat mir erzählt, dass es einen gemeinsamen Nenner gibt, um den er als Europäer immer beneidet wird. Nämlich um unsere Werte! Das hatte ich nicht erwartet. 

Aber wie zur Bestätigung dieser Erzählung meines Freundes las ich in der heutigen Presse, dass Ursula von der Leyen den Vizepräsidenten der EU-Kommission beauftragt hat, den Schutz des europäischen Lebensmodells zu seiner Hauptaufgabe zu machen! Das ist die beste Nachricht die ich jemals seitens der EU gehört habe.

Helfen wir dem Vizepräsidenten bei seiner Aufgabe. Halten wir unser Lebensmodell und unsere Werte hoch. Der Zeitpunkt war noch niemals besser, denn der Pessimist ist der einzige Mist auf dem nichts wächst!

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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