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Gesellschaft und Wissenschaft

WISS 6 - Die Reichen haben ihren Reichtum nie verdient

Der deutsche Philosoph Christian Neuhäuser hat vor kurzem im Nobelskiort Lech einen vielbeachteten Vortrag zum Thema „Reichtum, Geld, Macht, Gier und Demokratie“ gehalten. Im Prinzip vertritt Neuhäuser die Ansicht, dass die Reichen nicht durch ihre eigene Leistung zu ihrem Vermögen gekommen sind, sondern durch unverdiente Talente, bloßes Glück, oder durch Erbschaften und Beziehungen. Daher habe der Staat das Recht, über Erbschafts-, Vermögens- und Einkommensteuern dieses Vermögen wieder einzuziehen, und zwar bis zu einem Ausmaß von 100 Prozent!

22.10.2019

Also nur zur Erklärung: Christian Neuhäuser ist nicht irgendwer. Er ist Bestsellerautor von Büchern wie „Reichtum als moralisches Problem“, oder „Wie reich darf man sein“, unterrichtet an der TU Dortmund, hat in Berlin, Göttingen und Honkong studiert und seine Vorträge und Bücher finden viel Beachtung und werden rege diskutiert.

Und natürlich hat er bis zu einem gewissen Maß auch recht: „Reichtum ist ungerecht“. Man landet bei dieser Diskussion immer schnell bei jenen 27 reichsten Menschen, die genau so viel besitzen, wie die 50 Prozent der ärmsten Menschen der Welt. Diese Zahlen kennt man und das erstaunliche daran ist, dass die meisten Menschen gar kein Problem damit haben. Die Gründe liegen einerseits in der Unvorstellbarkeit dieser Zahlen und andererseits im großen Abstand zur eigenen Lebenswelt. Größer wird das Problem schon, wenn sich die Unterschiede in der Nachbarschaft abspielen. Der Chef des Eco Institut Austria hat kürzlich gemeint: „Es macht uns noch glücklicher, wenn es uns besser geht als den Nachbarn.“ Aus meiner Sicht einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren von Facebook. Dort kann ich zeigen, welch tollen Urlaub ich mir schon wieder leiste oder in welchem sündteuren Lokal ich mit meinen Freunden den Abend genieße.

Aber Neuhäuser geht es nicht um Neid oder Gier, sondern um Gerechtigkeit. Er hat auch konkrete Modelle, ab wann wer reich ist und seine Gruppen Gliedern sich in Superreiche, Reiche und Wohlhabende. Superreiche sollten mit 100 Prozent besteuert werden.

So weit so gut. Was ich gerne bei diesem Modell erfahren würde: Was passiert dann konkret mit diesem Geld? Und wer bestimmt das?

Wir verbringen unsere Freizeit gerne im Salzkammergut. Dort sieht man viele Spuren der bekanntesten Superreichen aus Österreich. Herr Mateschitz kauft in dieser Gegend um viele Millionen Euro Immobilien und investiert nochmals viele Millionen, um sie zu restaurieren, um sie dann über Hotel- oder Gastrokonzepte wieder einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Wie wir wissen, sind das oft Projekte, die sich wirtschaftlich nie rechnen können, aber es profitieren davon viele andere Klein- und Mittelunternehmer, die ja bekanntlich das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft sind und für Arbeitsplätze sorgen.

Ich stelle mir die Frage: wenn der Staat das Geld der Superreichen hätte (also auch jenen Teil, der nicht schon vorher besteuert wurde), würden dann auch die Arbeitnehmer der mittelständischen Betriebe profitieren? Ich ersuche um keine Antworten zu diesem Thema, diese Frage war rein rhetorischer Art.

Die Thematik der Kluft zwischen Arm und Reich, die hohen Wellen in der Politik über Nobeluhren und schnelle Autos und warum uns Armut in Nachbarländern eigentlich nur noch im Kontext mit Migration interessiert, gäbe jetzt auch noch viel an Lesestoff her, ich möchte dies aber noch in einem der nächsten Beiträge zu Papier bringen. Bleiben sie dran, bleiben sie interessiert..

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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