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Gesellschaft und Wissenschaft

Winterreifen vs. Arbeitssicherheit

Ich sitze vor dem Bildschirm und schreibe eine Zusammenfassung eines Buchkapitels.
Eine „Hausübung“ von meiner Ausbildung bei der Stefan Bartel Academy in Augsburg.
Ich schwenke kurz zu Facebook (Ich lasse mich wieder mal ablenken) und lese einen Post zur Winterreifenpflicht. Streng genommen nur die Überschrift und dann die Kommentare.

02.11.2021

Und jetzt muss ich meine Hausübung unterbrechen und diesen Beitrag schreiben. Ich bekomme nämlich gerade einen „kleinen Tobsuchtsanfall“. In den Kommentaren geht es nur darum, dass die Versicherung einen möglichen Schaden mit Sommerreifen im Winter nicht bezahlt.

Ja geht’s denn noch Leute? Denkt keiner an sein eigenes Leben oder seine Gesundheit? Oder an alle anderen Teilnehmer am Verkehr? Wieso ist Deckung eines Schadens durch die Versicherung wichtiger als das eigene Leben?

Ich verstehe es nicht. Ich kenne Menschen, die haben neue Winterreifen und wechseln die Ende Dezember, damit sie nicht abgefahren werden? Was ist denn das für ein Zugang? Wofür kauft man denn Reifen? Weil sie so eine super Deko im Wohnzimmer sind? Damit der Autohändler mehr Platz im Lager hat? Weil es am Samstag nachmittag fad ist? Fahrn mal a bissl Reifen-shoppen?

Ich kaufe meine Winterreifen, damit ich mehr Grip auf kalter Fahrbahn habe und sicher unterwegs bin. Damit meine Idee auch funktioniert, montiere ich die Reifen aufs Auto. Im Oktober. Sogar wenn sie neu sind.

Jetzt der Schwenk zur Arbeitssicherheit.

Da sehe ich oft Ähnliches.
Beim Schleifen mit der Flex baumelt die Schutzbrille lässig am Hals. Der Gehhörschutz ist im Hosensack statt in den Ohren.

Warum ist das so? Ist uns unsere Gesundheit nicht wichtig oder egal?

Ich sage euch einen möglichen Grund. Bei den genannten Beispielen tritt der Schaden bzw. die Verletzung nicht sofort ein. Sondern erst viel später. Oder auch gar nicht. Es kann also sein, dass keine Verletzung eintritt.Das gibt uns eine trügerische Sicherheit. Das berühmte „mir passiert das nicht“ denken.

Habt ihr in Österreich schon mal einen Schweißer gesehen, der ohne Schutzschirm schweißt? Vermutlich nicht. Und warum nicht? Weil der Schweißer weiß, wenn er oder sie das macht, dann tritt die Verletzung unmittelbar und zu 100% ein. Die Augen sind verblitzt. Das tut sehr weh und schädigt die Hornhaut.

Zusammengefasst lässt sich sagen, je weiter sich die Möglichkeit einer Verletzung oder eines Schadens in die Zukunft verschiebt, umso weniger sind wir bereit uns gegen diese Risiken zu schützen.

Wir müssen lernen, „sicher mit Risiken umzugehen“. In der Arbeitswelt und privat.

Kommentare und Antworten

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  • Ingeborg Berta Hofbauer Badge M21 First Mover 02.11.2021 um 10:43
    Ich hatte schon mehrmals den Finger auf der Facebook Seite löschen, weil ich die Kommentare zu diversen, meist sehr sachlich und fundierten Beiträgen, kaum aushalte. Wie schon Karl Farkas sagte:"An Blöden kannst nichts gscheites lernen."
    • Gerhard Hinterkörner Badge M21 First Mover 02.11.2021 um 11:16
      Ja, so ist es wahrscheinlich den meisten schon ergangen. Andererseits hab ich durch die Sozialen Medien auch schon viel positives erfahren. Ich hab zum Beispiel alte Bekannte wieder gefunden und es ist daraus die eine oder anderer Freundschaft entstanden. Und das möchte ich nicht missen. Dummheit und Ignoranz gibt es überall, durch die Social Media wird das jetzt halt noch stärker sichtbar..
Der Autor
Ralph Egger

Sicherheitskultur-Manager

Verhaltensänderung durch Bewusstseinsbildung!

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