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Gesellschaft und Wissenschaft

Wahrnehmung ist alles

Ich bin ein Serienjunkie. Nach dem unerreichten „Breaking Bad“, bin ich auf der Suche nach einer ähnlich guten Droge und musste dabei auch schon so manchen Totalverschnitt hinnehmen. Vor kurzem habe ich mir die zweite Staffel von „The New Pope“ mit John Malkovich angesehen. Ich kann Ihnen diese Serie aus zwei Gründen empfehlen: der Soundtrack ist sehr speziell und die Aufnahmen und Bilder dieser Serie sind einfach fantastisch. Balsam für die Augen!

25.03.2020

Aber ich schreibe aus einem anderen Grund über diese Serie! Es gibt in dieser Handlung einen Kardinalstaatssekretär, der im Hintergrund fast alle Strippen zieht. Und der Lieblingsspruch dieses Machtmenschen lautet: „Wahrnehmung ist alles“. Nachdem ich diese Aussage mehrmals in der Serie hörte, habe ich sie mir irgendwann notiert und mir in meinem Alltag Gedanken gemacht, wie sehr diese Aussage eigentlich der Wahrheit entspricht.

Speziell in diesen Wochen werden wir ja überhäuft mit Reizen und Eindrücken aus unserem Umfeld und den Medien. Die folgende Verarbeitung in unserem Gehirn und die daraus resultierenden Denkprozesse bilden letztendlich die Grundlage unsere Handelns.

Mich hat dieses Thema nicht zuletzt auch darum stark angesprochen, weil ich derzeit die ganze Bandbreite von Einschätzungen über unsere Zukunft erhalte. Von der nahenden Apokalypse bis zu jenen Zukunftsforschern, die uns in einer empathischeren und besseren Welt schon kurz nach Ostern wieder in den Gastgärten sitzen sehen. Wie kann es sein, dass wir – gefüttert mit den gleichen Informationen – so unterschiedliche Wahrnehmungen produzieren?

Ich habe mich ein wenig schlau gemacht: sogenannte Wahrnehmungsexperten haben in Studien herausgefunden, dass allein in einem fünfminütigen Gespräch zwischen zwei Personen – die sich noch dazu gut kennen, wie Freunde oder Ehepartner – rund 30 Wahrnehmungs- und/oder Kommunikationsfehler entstehen. Diese führen in einem ersten Schritt zu Fehleinschätzungen oder Missverständnissen und in weiterer Folge werden sie zu Hauptursache für Probleme, Ärger und Streit.

Unsere Wahrnehmung hängt also viel weniger mit unseren Sinnen zusammen, sondern eher mit dem, was wir erlebt haben, wie wir denken, was wir uns wünschen oder vorstellen können.

Wahrnehmung ist also ein komplexer Prozess. Unsere Sinnesorgane liefern quasi nur die Daten in den Kopf, unser Gehirn setzt dann auf Basis unserer Erfahrungen und Einschätzungen jenes Puzzle zusammen, das unser Handeln bestimmt.

Im Umkehrschluss basiert also unser gesamtes Handeln darauf, wie wir die Welt wahrnehmen. Mithilfe unserer Vorstellungskraft formen wir uns unsere eigene Realität, die für jedes Individuum auch absolut schlüssig erscheint.

Ich denke, diese außergewöhnlichen Zeiten, in denen wir uns gerade befinden, bieten die beste Gelegenheit, uns mit unserer Wahrnehmung kritisch auseinanderzusetzen. Ich verwende zum Beispiel jene Zeit, die ich bisher mit Planungsfragen vergeudet habe, dafür, mich selber und meine Wahrnehmungsfelder zu hinterfragen. Wenn die derzeit viel strapazierte Aussage, dass „danach“ nichts mehr so sein wird wie davor, tun wir gut daran, auch unser derzeitiges Tun, unser Leben uns somit unsere Wahrnehmung zu hinterfragen und eventuell neu auszurichten.

Versuchen sie es! Es kann äußerst spannend und interessant werden!

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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