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Gesellschaft und Wissenschaft

Mach-halt-igkeit

von Gerhard Hinterkörner

„Machhaltigkeit – Weil nur reden nicht reicht“ heißt derzeit eine neue Kampagne von McDonalds. Unter diesem Titel wird auf diverse Projekte dieser Gruppe verwiesen, z.B. dass für diese Fast Food Kette Lebensmittel aus Österreich zu verwenden schon lange eine Selbstverständlichkeit ist, und dass sie auch laufend dabei ist, diese Quote noch zu erhöhen. Man kann von McDonalds halten was man will, aber das stimmt einfach und damit ist es wahrscheinlich absoluter Spitzenreiter in der österreichischen Gastronomie. Für die heimischen Rindfleischproduzenten waren die geschlossenen Restaurants dieser Kette aus diesem Grund besonders hart.

Aber ich habe mir diesen Slogan aus einem ganz anderen Grund geliehen. Nur reden reicht nicht mehr! Das spricht mich derzeit besonders an. Mit großem Bedauern nehme ich in vielen Bereichen war, dass wir tatsächlich wieder zu Normalität zurückkehren. Daran ist in vielen Bereichen nicht nur nichts Gutes daran, sondern es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein „Zurück“ Kehren!

Ein Beispiel von vielen: der öffentliche Verkehr ist einer der ganz großen Verlierer der Krise. Noch vor wenigen Monaten galten Bahn, Bus, U-Bahn und Straßenbahn als ganz große Hoffnungsträger für eine künftige Verkehrspolitik und für eine Reduzierung der Co2 Emissionen. Und wo stehen wir jetzt? In den großen deutschen Städten beispielsweise exakt bei dem gleichen Verkehrsaufkommen wie vor Corona. Und das ist noch nicht alles: die Zahlen steigen sogar noch, weil einerseits die Menschen Angst haben, sich in den öffentlichen Verkehrsmitteln anzustecken, und andererseits holen die großen Firmen ihre Mitarbeiter wieder vom Homeoffice zurück.

Zurück zu dieser Normalität ist keine Perspektive! Harry Gatterer – Gründungsmitglied des österreichischen Zukunftsinstituts und Trendforscher - hat vor Kurzem in einem Plädoyer geschrieben: „Hören wir endlich auf zurück zu wollen und beginnen wir damit, unsere Gegenwart zu erkennen und zu gestalten“. Ich teile seine Meinung, dass es geradezu sträflich wäre, jetzt wieder alles „hochzufahren“ und damit nur eines zu bewirken, nämlich im alten Modus weiterzufahren. Möchten wir das wirklich? Waren wir denn vor Corona so zufrieden? Und hatten wir nicht auch schon die Sehnsucht nach einer Sinnhaftigkeit unseres Tuns?

Wir müssen ins Tun kommen. Wir dürfen uns nicht fragen, wie wir zurück in diese in so vielen Bereichen absurd gewordene Normalität kommen, sondern wie wir Schwung in unser Hier und Jetzt bekommen, damit wir uns eine sinnvolle Zukunft gestalten können. Nur reden darüber wird nicht reichen.

„Ich mach mir die Welt“ heißt übrigens das neue Buch von Harry Gatterer, das ich Ihnen sehr empfehlen möchte. Gleich zu Beginn erzählt er darin von dem sogenannten „Overview-Effekt“. Es ist dies jener Effekt, den Raumfahrer haben, wenn sie in den Weltraum reisen. Es ist dies eine große Betroffenheit angesichts des unfassbar tiefen Schwarz, das unseren Planeten von da oben umgibt. Die Distanz zur Normalität, der Abstand zum sicheren Boden. Der Astronaut Alexander Gerst twitterte 2018, als er in seiner Raumstation Europa überquerte: „Von hier oben ist ganz klar, Europa gehört zusammen“. Und fast alle, die jemals da oben waren, erzählen von dieser zerbrechlichen Kugel und von der großen Verantwortung, die wir Menschen für sie haben.

Lasst uns also nicht nur davon reden, sondern ins Tun kommen. Natürlich gibt es auch noch Menschen die glauben, dieser Planet sei unverwüstlich, diese dürfen meinetwegen gerne zurück in ihre Normalität reisen. Ich empfehle die Business Class, denn es wird ein sehr kurzer Trip werden.

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

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