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Gesellschaft und Wissenschaft

Lockdown-Kalender

von Gerhard Hinterkörner

Ja, was ist schon „normalerweise“? Ich kann es – als ein wenig Verrückter – nicht so genau einschätzen, aber ich höre dieses Wort jetzt vermehrt. Normalerweise machen wir jetzt dies und das, aber es scheint ja kaum noch etwas möglich oder erlaubt.

Was „normalerweise“ zu dieser Zeit aber immer passiert ist, dass das Märchen von der besinnlichen Weihnachtszeit hervorgekramt wird. Mit wunderbaren Bildern werden Menschen gezeigt, die es sich mit hochgestreckten Beinen, einem guten Buch und einer heißen Tasse von irgendetwas Furchtbarem im verzauberten Ambiente gemütlich machen.

Natürlich ist das genau das Gegenteil von dem, wie wir unsere Zeit bisher von Mitte November bis Jahresende verbracht haben. Alles will noch erledigt werden, ein Termin jagt den anderen, jeden Tag irgendeine Einladung, eine Weihnachtsfeier nach der anderen, zu viel von allem! Da waren wir uns jetzt jahrelang völlig einig. Die ruhigste Zeit im Jahr wird in Wirklichkeit als stressig und belastend empfunden.

Und genau dies soll und darf heuer nicht stattfinden? Also keine jahresendzeitliche Rangelei an den Kassen, beschallt von Last Christmas. Jetzt ist mir natürlich völlig klar, welche Katastrophe dies für viele Gewerbetreibende bedeutet. Viele meiner Mitglieder sind betroffen, auch ich persönlich, und ich fühle mit jedem Einzelnen, der jetzt wieder versuchen muss, sein Geschäft oder seine Dienstleistung in den digitalen Bereich zu verlagern – sofern das überhaupt möglich ist.

Aber, wir können es nun mal nicht ändern und es stecken auch einige Möglichkeiten in dieser Situation um dieses, nennen wir es mal außergewöhnliche Jahr ausklingen zu lassen. Vielleicht ist Loslassen eine Möglichkeit? Die Suche nach Schuldigen, das Aufbegehren, den Ärger und die Ungeduld … Vielleicht sollten wir das zum Schwerpunkt für die nächsten Wochen machen? Wir sind in keiner unerträglichen Situation! Kürzlich stand in der Süddeutschen Zeitung: „Solange wir leben, kann jedes Unglück sich in sein Gegenteil verwandeln. Das Beste bleibt immer möglich.“ Wir sollten diese Einstellung schon allein aus Respekt vor vorigen Generationen pflegen, und aus Demut vor anderen Verhältnissen auf anderen Erdteilen.

Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, heuer einen Art Lockdown-Kalender zu gestalten. Ich möchte mir jeden Tag ein Fenster öffnen zu einem schärferen Blick für liebevolle Details. Oder für eine kleine Überraschung. Und nicht zuletzt für die Dankbarkeit. Ich war vor kurzem positiv auf COVID19 getestet und hatte einen sehr milden Krankheitsverlauf. Mein Respekt vor dieser Krankheit ist trotzdem stark gestiegen! Wahrscheinlich einer der Gründe, warum mich die Botschaft, dass solange wir leben immer das Beste möglich bleibt, so anspricht.

Es ergibt einfach keinen Sinn, permanent den Fokus auf Jenes zu richten, das uns verzweifeln lässt und Angst verursacht! Macht euch euren eigenen Kalender und öffnet jeden Tag ein Fenster, das einen freudvollen Blick auf unsere vielen Möglichkeiten bietet!

Kommentare und Antworten

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  • Hildegard Kreiter Badge M21 Free Mover 19.11.2020 um 08:58
    Lieber Gerhard,

    du sprichst mir aus der Seele.
    Die Dinge sind, wie sie sind! Es ist unsere freie Wahl, wie wir den Zugang zu IHNEN finden.
    Wir können uns die Haare raufen und in Angst und Depression verfallen. Was nützt`s? Ändern tut sich davon nichts!
    Wir können aber auch einem Schritt nach dem anderen setzen und so gut es eben geht, das Beste aus der Situation herausholen. Vielleicht geht das auch, indem wir die Zeit zum Nachdenken und Hinterfagen nützen?

    "Spare in der Zeit, so hast du in der Not!"
    Dieser Grundsatz unserer Eltern meint nicht nur unser Bankkonto, sondern bezieht sich auf unsere Ressourcen überhaupt. Auf die inneren und äußeren gleichermaßen.

    Genug der Worte, ich freue mich jedenfalls auf deine Imputs, die mich persönlich hoffentlich dazu veranlassen können, die kleinen Glücksmomente in meinem Alltag bewusster wahrzunehmen und den unnötigen Ballast, der mich so oft unter enormen Zeitdruck stellt, endlich über Bord zu werfen.
Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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