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Heilfasten – Verzicht macht stärker

von Mario Sacher

„Wenn es ein Medikament gäbe, das die Wirkung des Heilfastens hätte, alle Pharmakonzerne würden sich darauf stürzen“, sagt Prof. Dr. Andreas Michalsen von der Universitätsklinik Charité in Berlin. Mittlerweile gibt es auch schon zahlreiche Studien, die die positive, gesundheitspräventive, immunstärkende Anti-Aging-Wirkung des Fastens belegen.

Was bedeutet nun Heilfasten? Heilfasten ist der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung für einen bestimmten Zeitraum. Ein gesunder schlanker Mensch kann dies 40 Tage ohne Probleme tun. Diese Dauer ist natürlich für Einsteiger nicht empfehlenswert.

Aber eine Fastenwoche, mit sechs oder sieben Tagen ohne feste Nahrung, ist für die meisten Menschen ein sprichwörtlicher Jungbrunnen. Ich praktiziere diese Zeit des Verzichts seit zwölf Jahren zwei Mal jährlich und seit fünf Jahren begleite ich als ärztlich geprüfter Fasten- und Gesundheitstrainer auch Gruppen.

Einige werden sich jetzt fragen: Wie kann das funktionieren? Das kann doch nicht gesund sein? Ich würde sicher sterben vor Hunger … usw. Es funktioniert leichter als die meisten denken. Selbst für mich als den ultimativen Genussmenschen. Mühsam sind nur die ersten beiden Tage. Spätestens nach dem dritten Fastentag hört der Körper auf Verdauungssäfte zu produzieren und der Hunger ist vollständig weg. Ein richtiges „Fastenhoch“ stellt sich ein und man hat das Gefühl, dass man Bäume ausreißen könnte.

Unser Körper, der ja, was in der Schulmedizin oft vergessen wird, ein wahres Wunderwerk ist, stellt um auf „Ernährung von innen“ und zapft seine Reserven an. Energie und Brennstoff wird, durch die Veränderung des Stoffwechsels, aus Ablagerungen und Fett gewonnen, was den Effekt hat, dass körpereigene Reinigungsmechanismen in Gang kommen. Durch dieses „Notprogramm“ befreit sich der Körper von Abfallprodukten, die sich über einen längeren Zeitraum angesammelt haben. Mit dem Verzicht können wir Menschen weit besser umgehen als mit dem Überfluss.

Natürlich ist es beim Heilfasten nach Buchinger/Lützner, wie ich es praktiziere, wichtig seine Ausscheidungen zu fördern. D. h. viel trinken (Kräutertee, Wasser, Zitronensaft), viel bewegen, viel schwitzen und viel Zeit in der frischen Luft verbringen.

Nun werde ich, wenn Sie so wollen, einen Selbstversuch starten. Ich möchte 21 Tage, im Sinne der Movement 21, fasten, beginnend mit Samstag 23. Mai. Die ursprünglich angedachten 40 Tage gehen sich leider, oder Gott sei Dank, nicht mehr aus, da durch die überraschenden Lockerungen im Kulturbereich ich am 13. Juni schon wieder arbeiten, also Kabarettspielen darf und das möchte ich nicht als „Fastender“ tun.

Ich werde die Fastentage mit einem täglichen Videoblog hier auf der Movement 21 begleiten und dabei auch die physischen und psychischen Veränderungen dokumentieren inklusive eines Blutbildes vorher und nachher. Da ich bisher noch nie länger als sieben Tage gefastet habe, wird es auch für mich spannend wie sich mein „Sein“ verändert. Es soll für mich und für Sie/Euch lehrreich aber auch lustig werden.

Hermann Hesse schrieb in Siddhartha: „Jeder kann zaubern, jeder kann seine Ziele erreichen, wenn er denken kann, wenn er warten kann, wenn er fasten kann.“

Der Autor
Mario Sacher

Mario Sacher, 48, verheiratet, 2 Kinder
Selbstst. Moderator, Kabarettist, Businesskabarettist, Dipl. Berufssprecher, akadem. Sportjournalist, Fasten- u. Gesundheitstrainer … Lebenskünstler ;)
 

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