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Gesellschaft und Wissenschaft

Gnadenlose Spaltung Teil 2

Jetzt muss ich aber schon einmal etwas zurechtrücken. Unsere Demokratie zerstören nicht irgendwelche Rechtspopulisten.

13.12.2021

Die mag es auch geben, aber die Demokratie zerstört eine Politik, deren Vertreter vielfach fachlich unqualifiziert sind, die Korruption und Manipulation zulassen, die in unverantwortlicher Weise und wohl auch bewusst eine noch nie dagewesene Spaltung in unserer Gesellschaft herbeiführt, die offensichtlich nicht in der Lage ist, Krisen zu bewältigen, .... und dadurch am Ende jede Glaubwürdigkeit verliert.

Das zerstört die Demokratie und jeden Glauben daran. Eine Demokratie achtet auch auf ihre Minderheiten und hört auf die Ängste und Sorgen ihrer Bürger. Aber offensichtlich ist es jetzt opportun geworden, von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Eine Gruppe vordergründig zu Schuldigen zu stempeln eignet sich dafür sehr gut. Das hat kürzlich selbst der ehemalige deutsche Minister Oskar Lafontaine gesagt. Genau das sieht er nämlich derzeit in Deutschland. Und bei uns in Österreich ist es nicht anders. Viele in unserer Gesellschaft möchten auch ihre bequemen und liebgewonnenen alten Gewissheiten zurück ... aber ich denke, die wird es vielfach nicht mehr geben. Um hier nicht in die Eigenverantwortung gehen zu müssen, sind auch hier sehr schnell wieder Schuldige ausgemacht. Wo dabei der angesprochene Narzissmus zu Hause ist, gilt es sorgfältig zu identifizieren.

Reflexion mag ein Gebot der Stunde sein, aber das sehe ich persönlich derzeit nicht in unserer Politik, nicht bei den vielen sogenannten Experten, und leider auch vielfach nicht in unserer momentanen Gesellschaft. Ich nehme nur vernebelte und programmatische Sichten wahr. Freiheit (lateinisch libertas) wird in der Regel als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auszuwählen und zu entscheiden. Wenn es darum geht, ein neues Narrativ für unsere Zukunft zu finden, dann möchte ich auswählen und entscheiden können, denn ich möchte mich darin wiederfinden. Wenn es das braucht, dann bin ich dafür auch gerne Freiheitskämpfer.

Falls ich dabei von einer Mehrheit in der Gruppe der unreflektierten Freiheitskämpfer gesehen werden sollte, dann versuche ich das auszuhalten. Was jetzt reflektiert ist und was nicht, was Sinn macht und was nicht, das wird uns ohnedies die Geschichte zeigen, wenn wir in einigen Jahren auf diese Zeit zurückblicken. In einem bin ich mir jedoch ganz sicher: wenn wir aus der düsteren Energieblase, in der wir als Gesellschaft jetzt sind, wieder herauskommen möchten, dann müssen wir Vielfalt zulassen und fühlen, wie gut sich das am Ende anfühlt. Dann wird auch der Narzissmus wieder automatisch in seine Schranken gewiesen.

Kommentare und Antworten

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  • 18.12.2021 um 09:45
    Ja, der in der Überschrift formulierte Gedanke ist für mich gut nachvollziehbar. Was wir jetzt besonders sehen und erleben ist, das Teile der Politik und deren repräsentierende, steuernde Politiker eine Spaltung auch bewusst in Kauf nehmen bzw. sogar aktiv unterstützen um deren "nichtdemokratischen parteipolitischen (Mehrheits-) Ziele" zu verfolgen. Hier kommt jetzt viel an Motivlage an die Oberfläche.

    Was aber Entwicklungen in andere Länder ("Demokratien") zeigen, ist dass bei Erreichen einer kritischen Masse (Soziodynamik) sich Einstellungen & Verbundenheit zur Demokratie in einer BREITEN Bevölkerungsschicht rasch ändern können. Siehe Länder Ungern (Zugang: Illiberale Demokratie), Polen, Slowakei, Slowenien,...
    Ziel der Demagogen ist oft dieses "Erreichen einer kritischen Masse".
    Damit werden entweder gesellschaftlich positive oder negative/bedenkliche systemische Effekte und Richtungen verstärkt.
    Wie auch die Geschichte zeigt müssen kritische Massen auch gar nicht so groß sein.
Der Autor
Gerhard Filzwieser

Unternehmer, Unbequemdenker, Autor, Speaker, Fotograf

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