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Gesellschaft und Wissenschaft

Ein Vorbild

von Gerhard Hinterkörner

Unsere Leidenschaft für eine der schönsten Gegenden Österreichs war die Voraussetzung, um das Seegut Eisl kennenzulernen, und damit auch dessen Eigentümer: Sepp Eisl und seine Familie.

Sepp kann alles, was ich nicht kann. Er ist von früh bis spät auf dem weitläufigen Gelände seines Betriebs unterwegs und verrichtet hunderte Tätigkeiten. Täglich! Wir haben nach langer Vorbereitungszeit einen Wohnwagon (eine Art Wohnwagen aus Holz) auf seinem Campingplatz aufstellen dürfen. In der Vorbereitungszeit kamen diverse Handwerker und Professionisten zu unserem Stellplatz am See, um am Tag der Aufstellung alles gut vorbereitet zu haben. Als der große Tag nahte, waren zwar jede Menge Profis vor Ort, aber ohne die Mithilfe von Sepp wäre die fachgerechte Aufstellung nicht möglich gewesen.

Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Egal welches Problem man hat, unabhängig von Tages- oder Nachtzeit, ob Sonn- oder Feiertag. Sepp ist da, sieht das Problem und löst es. Und danach macht er kein großes Aufhebens, dreht sich um und eilt zum nächsten Tagesprojekt.

Gut, wirst du sagen: ein Landwirt eben! Mag sein, dass Menschen, die in diesem Bereich tätig sind, derart vielfältig sind und über so breites Wissen und Fähigkeiten verfügen.

Aber Sepp macht eigentlich ganz etwas anderes: er betreibt sehr erfolgreich einen biologischen Lebensmittelbetrieb. Die Familie Eisl betreibt eine Hofmolkerei, erzeugt Schafmilchprodukte und seit rund drei Jahren auch das mittlerweile weit verbreitete und beliebte Eisl-Eis!

Sepp hat zu einer Zeit umgestellt, wo die Alternativen in der Landwirtschaft noch eher belächelt wurden. Nämlich 1982! Ihm war als 17jährigem schon klar, dass die Einkünfte aus der Kuhmilchwirtschaft nicht reichen würden, um eine Familie zu ernähren. Daher kaufte er sich – anstelle eines Mopeds – seine ersten Schafe. Er hat damals schon eines erkannt: nur eine alternativ geführte Landwirtschaft stellt jene nachhaltige Form der Bewirtschaftung dar, die garantiert, dass auch die nachfolgenden Generationen genauso gut arbeiten können, wie es Sepp jetzt mit seiner Familie kann.

Das ist übrigens seine bestechend einfache Zielsetzung: seine Kinder – sieben an der Zahl – und deren Nachkommen, sollen Bedingungen vorfinden, die ihnen ein gutes Leben ermöglichen. Der Hof ist seit 1790 im Besitz der Familie Eisl und Sepp möchte jetzt gute Bedingungen für die nächsten 500 Jahre schaffen.

Für mich ist das Seegut Eisl zu einer zweiten Heimat geworden. Es ist ein Kraft- und Energieplatz. Das hat einerseits mit der einzigartigen Umgebung und dem wunderbarsten See, den man sich nur vorstellen kann, zu tun, andererseits aber mindestens genau so viel mit der Tatsache, dass man an einem Betrieb, einem Unternehmen, einem  Projekt teilhaben kann, das einfach authentischer nicht sein könnte.

Man beobachtet die Schafe auf ihren saftigen Wiesen und holt sich am Abend vom Hof die frischen Produkte. Und wenn man Glück hat, läuft gerade Sepp vorbei. Auf die Frage, wie es im geht, sagt er: „Sehr gut, alle sind gesund und wir haben Frieden im Haus“. Und mit dieser Antwort zeigt er, was ihm am Wichtigsten ist: das Wohl seiner Familie. Jetzt und in der Zukunft.

Ein einfaches Konzept. Und das Beste was man finden kann!

Kommentare und Antworten

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  • Manfred Wimmer Badge M21 First Mover 25.08.2020 um 09:07
    Der Sepp wär mit Sicherheit ein sehr guter Coach für Firmen, nicht suddern sondern TUN! :)
    • Gerhard Hinterkörner Badge M21 First Mover 25.08.2020 um 11:24
      Da hast du völlig recht. Eine Woche mit ihm mitarbeiten wäre wahrscheinlich das beste Coaching dass man sich vorstellen kann. Aber jene Manager die das am allernötigsten hätten, pilgern lieber zu hochbezahlten Gurus und laufen über heiße Kohlen!
Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Unternehmer aus Leidenschaft, Familienvater, Hobbysportler und Genussmensch!

g.hinterkoerner@movement21.at

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