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Gesellschaft und Wissenschaft

Ein Tag für die Frauen

Die vergangenen Tage waren ja voll mit Berichten im Kontext mit dem Frauentag. Feminismus einst und jetzt, Frauen in Gewaltbeziehungen, Mehrbelastung von Frauen, Gleichstellungsdebatten und viele Themen mehr, die alle ihre absolute Berechtigung haben und sich viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, als nur am Weltfrauentag und einige Tage zuvor.

12.03.2020

Aber für mich steht ein Thema ganz weit voran und dieses ist ein wahrer Skandal. Und zwar die fast völlige Ignoranz in der Medizin. Die Norm in der Medizin ist der Mann. Es beginnt damit, dass Frauen in den Anatomie-Lehrbüchern fehlen, damit in fast keinen Studien aufscheinen und damit der männliche Körper als Prototyp des Menschen verwurzelt ist.

Und wir reden hier nicht von einer Kleinigkeit. Die Wissenschaft hat in jedem Gewebe- und Organsystem des Körpers geschlechterspezifische Unterschiede entdeckt. Frauen erkranken anders und müssten somit auch anderes diagnostiziert und therapiert werden. Schön langsam entdecken dies jetzt auch die Medien. Es erscheinen Bücher, wie das von mir vor kurzem vorgeschlagene von Caroline Criado-Perez mit dem Titel „Unsichtbare Frauen“.

Im Standard war kürzlich ein interessanter Vergleich zu diesem Thema zu lesen. Stellen sie sich vor, ein Mann bricht auf der Straße zusammen. Wie reagieren die Menschen?Es wird Herzinfarkt vermutet und sofort der Notarzt verständigt. Bei einer Frau sieht das - obwohl mehr Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben - ganz anders aus: hier wird zuerst einmal versucht, mit einem Schluck Wasser oder Traubenzucker behilflich zu sein. Eigentlich unvorstellbar! Der Standard hat diesen Artikel „mehr als nur Brüste“ genannt. Diese Headline ist dem Umstand geschuldet, dass viele beim Thema Frauengesundheit an Gynäkologie, Gebärmutter und Brüste denken. Die sogenannte Gendermedizin versucht jetzt, das Bewusstsein in der Gesellschaft zu verankern, dass fast jede Krankheit bei den beiden Geschlechtern unterschiedlich verläuft.

Wir sollten dringend unseren Beitrag leisten, dass dies so schnell wie möglich gelingt.

Mir erscheint auch noch wichtig darauf hinzuweisen, dass diese Tatsache das Ergebnis einer Denkweise ist, die seit Jahrtausenden vorherrscht und hinter der keine böse Absicht steckt. Wenn in den tausenden Studien im medizinischen Bereich vom Menschen geredet wird, ist der Mann gemeint. Wie weit zurück diese Denkweise reicht, illustriert ein Beispiel von Aristoteles. Auch dieser sah im weiblichen Körper noch eine „verstümmelte männliche“ Variante und dieser Logik folgend, waren die Eierstöcke weibliche Hoden, quasi ein von außen nach innen gekehrter männlicher Körper. Der männliche Körper galt als das von Frauen unerreichte Ideal.

Gott sei Dank sind wir schon ein Stück von dieser Ansicht entfernt, aber die Präsentation des männlichen Körpers als menschlicher Körper besteht nach wie vor in vielen Bereichen. Diese Lücke gehört geschlossen. Helfen wir mit, binden wir die Frauen in Forschung und in die Entscheidungsprozesse mit ein, dann werden sie auch nicht vergessen.

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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