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Gesellschaft und Wissenschaft

Ein selbstloser Pâtissier

In meiner Portraitserie möchte ich heute über Thomas Göttinger berichten. Bekanntheit hat er sich in seiner Profession erarbeitet. Er ist ein Meister seines Faches und kaum jemand würde es für möglich halten, wie viele Starköche und berühmte Hotels sich mit seinen Federn schmücken.

Pâtissiers sind rar geworden in den internationalen Küchen, und genau darin besteht das Geschäftsmodell von Thomas. Er beliefert diese Häuser mit erlesenen Desserts, in einer Qualität, die diesen Ansprüchen mehr als gerecht wird.

Die Zielgruppe von ihm sind also Hotels, Caterer und die gehobene Gastronomie und seit vielen Jahren baut er diesen Kundenstock kontinuierlich auf. Jeder, der einmal mit ihm zusammengearbeitet hat, schätzt ihn wegen seiner sympathischen, bescheidenen und bodenständigen Art und seinem kompromisslosen Qualitätsanspruch.

Aber alle die ihn noch besser kennen, wissen einen ganz anderen Wesenszug von ihm zu schätzen. Nämlich seine Selbstlosigkeit. Er macht viele Projekte einfach absichtslos und ist nicht auf seinen eigenen Vorteil bedacht.

Jeder kann sich ausmalen, welche Auswirkungen der Lockdown auf das Geschäft von Thomas hatte. Kein einziger Auftrag mehr für seine 26 Konditoren und Konditorinnen und auch danach läuft das Geschäft äußerst schleppend, da ein Großteil seines Geschäftes auf Großveranstaltungen aufgebaut ist. Also Thomas hätte allen Grund, mit seinem Schicksal zu hadern und auf die Hilfe von außen zu hoffen.

Und was macht er: er denkt in dieser Situation an andere, die ebenfalls mit großen Problemen zu kämpfen haben. Nämlich die vielen kleinen Waldbesitzer in seiner Gegend – dem Waldviertel –, die durch Schädlingsbefall teilweise ihren gesamten Waldbesitz verloren haben. Er geht mit seinen Mitarbeitern in so eine Kahlfläche und pflanzt dort 3.100 Bäume neu an. Motiviert durch die positiven Reaktionen von allen Seiten, überzeugt Thomas auch andere Unternehmen, es ihm gleich zu tun. Zu tun gibt es viel, allein in NÖ gibt es 7.000 solcher Kleinwaldbesitzer, die sich keinen Harvester leisten können und völlig verzweifelt sind ob der Dimension dieser Vernichtung durch den Borkenkäfer.

Bald merkt Thomas, welches Potenzial diese Initiative hat, und holt sich professionelle Unterstützung durch den NÖ Waldverband und einer strategischen Leitung mit großer Erfahrung im Umweltschutz, und stellt dieses Projekt unter www.waldsetzen.jetzt auf ein starkes Fundament. Viele Firmen erkennen die Chance, mit diesem Projekt ein sinnvolles soziales Engagement zu setzen, die Mitarbeiter zu motivieren und nebenbei noch die CO2-Bilanz zu verbessern. Und zwar nicht irgendwo in einer Ecke im Amazonas Gebiet, sondern zuhause vor der Haustür.

In dieses Richtung soll und wird sich das Projekt entwickeln: du bist mit deinem Unternehmen interessiert an diesem Projekt, gehst auf die Website, gibst deine Postleitzahl ein und siehst, ob es in deiner Umgebung jemanden gibt, der auf diese Hilfe angewiesen ist. Du pflanzt dann einen Tag – unter professioneller Anleitung – mit deinen Mitarbeitern Bäume und kannst dich in den nächsten Jahren am Aufwuchs deines Engagements erfreuen. Und gleichzeitig trägst du damit bei, die ganz große Zielsetzung von Thomas zu unterstützen: unser Umwelt kinder- und enkelkindergerecht zu hinterlassen, einen Beitrag zu leisten gegen den Klimawandel und - so wie es Thomas formuliert - „Kostenwahrheit der Umwelt gegenüber“ zu erreichen. Er meint damit, das CO2 zu kompensieren, das er mit seinem Unternehmen verursacht.

Thomas denkt dieses Projekt ganz groß, investiert unglaublich viel Kraft, Zeit und Energie in dieses wunderbare Projekt und hält sich dabei trotzdem im Hintergrund - selbstlos und absichtslos. Ich kenne nicht viele Menschen so eines Schlages und bin stolz darauf, sein Freund zu sein.

Kommentare und Antworten

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  • Erwin Saler Badge M21 First Mover 27.10.2020 um 12:46
    Sehr cooles Projekt, man kann jetzt nur hoffen das die Waldbesitzer und auch die Forst- Verbände aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, jahrzehntelang wurde nur auf die Wirtschaftlichkeit geschaut und so entstanden diese monotonen Fichtenplantagen, die man durchaus mit den Palmölplantagen in Asien vergleichen kann.
    Ich weiß wie schwer es ist die kleinen Waldbauern von einer ökologischen Waldnutzung zu überzeugen (Schwiegereltern haben 12 ha Fichtenplantage) jetzt nach 15 Jahren in denen ich mitgearbeitet habe zumindest mit größeren Laubbaum Anteil, aber für meinen Schwiegervater bin ich sicher immer noch ein grüner Spinner :-)
    Meine Buchempfehlung hierzu: Peter Wohlleben, Das geheime Leben der Bäume
Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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