Letztes Update vor 5 Minuten
Gesellschaft und Wissenschaft

Ein neues Lebensmodell

von Gerhard Hinterkörner

Habt ihr euch schon mal gefragt, welchen Wert eure Arbeit hat? Was würde passieren, wenn ihr morgen nicht mehr zur Arbeit geht? Hätte es eine Auswirkung auf euer Umfeld, auf die Gesellschaft? Negative Auswirkungen, oder gar positive? Übt ihr eine Arbeit aus, die dazu dient, Wohlstand aufzubauen, oder seid ihr in einem Bereich tätig, der Werte eigentlich nur von A nach B verschiebt?

Ich habe kürzlich von einer erschreckenden Statistik gehört, wonach über ein Drittel der Angestellten seine Tätigkeiten als völlig sinn- und nutzlos beurteilt. Speziell Corona hat uns ja gezeigt, welche Berufe wirklich systemrelevant sind. Es gibt aber auch ein anders Beispiel, das viel länger zurück liegt. In den 70er Jahren gab es ziemlich zeitgleich zwei vielbeachtete Streiks: in New York streikten die Müllmänner und in Irland die Banken. Die Ökonomen schlugen die Hände über dem Kopf zusammen und prophezeiten für Irland den wirtschaftlichen Kollaps. Man muss wissen, die Banken streikten dort ganze zwölf Monate. Zur Verwunderung der ganzen Welt entstand jedoch kaum ein wirtschaftlicher Schaden, da sich die Menschen gegenseitig Schecks als Tauschmittel anboten. Dieses System funktionierte zwischen den Betreibern des Einzelhandels und vor allem der Pubs aufgrund der persönlichen Kontakten und des hohen Vertrauens zueinander. Parallel dazu versank New York innerhalb von wenigen Tagen im absoluten Chaos!

Es gab vor einiger Zeit einmal eine Kampagne der SPÖ, in der gegen „Scheißjobs“ gewettert wurde. Gemeint waren damit genau jene systemrelevanten Berufe, die man in den letzten Monaten so häufig beklatscht hat, anstelle sie vernünftig zu bezahlen. Es gibt im Englischen auch die Formulierung der „bullshit jobs“; dort sind aber genau die gegenteiligen Berufe gemeint, nämlich genau jene Beschäftigungsformen - und erstaunlicher Weise kommt man hier auch auf ein Drittel – die so sinnlos, unnötig oder sogar schädlich sind, dass selbst der ausführende Arbeitnehmer deren Existenz nicht rechtfertigen kann. Arbeit die keiner braucht und die absolut nichts für die Gesellschaft beisteuert.

Die Arbeit steht im Zentrum unseres Lebens, sie sollte daher Sinn stiften und wir sollten uns durch sie als nützliches Mitglied der Gesellschaft fühlen. Wer einen sinnlosen Job verliert oder aufgibt, sollte nicht in der gesellschaftlichen Isolation landen und auch nicht entwürdigende Prozesse durchlaufen müssen, damit eine finanzielle Absicherung gewährleistet ist. Es wird künftig kaum jemandem gelingen, eine sinnvolle Stelle auf Lebenszeit zu bekommen. Viele werden lernen müssen, sich oftmals neu zu orientieren und über längere Strecken arbeitslos zu sein. Niemand sollte in dieser Phase, nämlich in der Entwicklung eines neuen Lebensmodells, angefeindet werden. Im Gegenteil: diese Menschen verdienen unsere vollste Unterstützung. Auf persönlicher und auf gesellschaftlicher Ebene.

Kommentare und Antworten

Login anmelden und Kommentare hinzufügen.
Sei der erste der kommentiert
Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Unternehmer aus Leidenschaft, Familienvater, Hobbysportler und Genussmensch!

g.hinterkoerner@movement21.at

Beitrag drucken
PDF Download
Vorteile als m21 Mitglied:
Movement 21 Blog:
Schmöker rein, oder mach es dir bequem und höre dir die Podcasts an. Hier gibt es wöchentlich Neues für dein persönliches Wachstum. Für deinen Perspektivenwechsel.
Diskutieren:
Du kannst dich einbringen, mit anderen Free Movern in einen niveauvollen Diskurs treten und dich vernetzen. Jeder Beitrag bietet die Möglichkeit zum Diskurs und zum Austausch eigener Erfahrungen.
Newsletter:
Aktuell und immer Interessant, widmet sich der Movement 21 Newsletter unmittelbaren Themen, die gerade unter den Fingernägel brennen.
Free Mover werden
Event Einladungen:
Ein spannendes Thema, mindestens zwei interessante Key Speaker und eine außergewöhnliche Location. Mindestens 6x im Jahr bist du dazu eingeladen.
Video Calls:
Videokonferenzen, schnell einberufen, zu einem aktuellen Diskussionsthema oder zu einer Problemlösung, oder ganz einfach zum Erfahrungsaustausch.
Wissensmatrix:
Du hast Zugang zu einer Wissensmatrix die detailierte Informationen aus verschiedensten Fachbereichen liefert.
Geschenk:
Einige Tage nach deiner Anmeldung wird dir ein Geschenk zugestellt, dass dir bei einer wichtigsten Dinge der Welt eine Hand freit hält.
First Mover werden
Firmenveranstaltungen:
Wir können auf Wunsch eine Veranstaltung in deinem Unternehmen organisieren. Bei diesem Event besteht die Chance viele Botschafter deines Unternehmens zu gewinnen.
Beratungsleistungen & Seminare:
Als Partnerbetrieb steht dir individuelle Beratungsleistung zur Verfügung. Du bekommst laufend Updates über die gesamten Möglichkeiten unseres Netzwerkes.
Kooperations- und Beteiligungsmöglichekiten:
Innerhalb der Movement 21 Community entstehen laufend neue Projekte und auch einige Firmengründungen wurden schon umgesetzt.
Mitgestaltung des Movement 21 Manifest:
In Abstimmung mit dir werden Absichten und Ziele definiert die künftig in unserer Gesellschaft massiv an Bedeutung gewinnen werden. Das Manifest wird als Leitfaden für einen wirtschaftlichen Erfolg dienen.
Partner werden
Gesellschaft und Wissenschaft
Neueste Beiträge

Unser Kommunikations-stil – ein Therapiefall?

von Gerhard Hinterkörner
Waris Dirie – bekannte Bestseller-Autorin und Menschenrechtsaktivistin – hat am Sonntag mit einer vielbeachteten Rede das Linzer Brucknerfest eröffnet. Sie fand viele klare Worte gegen Rassismus, auch in Richtung Politik. Ein Satz aus dieser Rede ist mir besonders entgegen gesprungen: „Wir sind alle gleich und wir fühlen alle gleich.“ Aber sind wir das wirklich? Mir geht es heute um den zweiten Teil dieses Satzes. „Wir fühlen alle gleich!“ Ich glaube, wir fühlen alle sehr unterschiedlich und dies wird insbesondere bei den derzeitigen Haupthemen wie Covid und Moria sichtbar.
Gesellschaft und Wissenschaft

Feindbild Social Media

von Gerhard Hinterkörner
Ich lese in den letzten Wochen vermehrt – und das durchaus in sehr renommierten Medien – von der großen Gefahr, die uns von Seiten der sozialen Medien blüht. Hunderte Millionen von Nutzern sollen bereits dem Schwachsinn verfallen oder süchtig nach Stalking sein. Angeblich vergessen schon massenhaft Menschen darauf, wie gut es ihnen eigentlich geht, weil sie mit der Bildsprache auf Instagram nicht mehr mithalten können.
Gesellschaft und Wissenschaft

Ein Vorbild

von Gerhard Hinterkörner
Unsere Leidenschaft für eine der schönsten Gegenden Österreichs war die Voraussetzung, um das Seegut Eisl kennenzulernen, und damit auch dessen Eigentümer: Sepp Eisl und seine Familie.
Gesellschaft und Wissenschaft
Meistgelesen

Im freudlosen Schlaraffenland

von Gerhard Hinterkörner
Wenn man nach den Vorstellungen der Menschen im Mittelalter geht, leben wir im Schlaraffenland. Kein Wunder, damals waren die Menschen bitterarm, krank, schmutzig und obendrein noch hässlich. Als keinen Trost hatten sie Aussicht, sehr bald zu sterben. Wenn man einen Menschen im siebzehnten Jahrhundert in eine Zeitmaschine gesteckt und ihn 50 Jahre in die Zukunft katapultiert hätte, hätte er kaum eine Veränderung bemerkt. Also die Dynamik hielt sich auch in Grenzen.
MOVEMENT 21 jetzt auch als App
Alle Podcasts gibt es jetzt für unterwegs mit offline-Verfügbarkeit