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Ein Advent zum gruseln

Als Business Concierge habe ich den schönsten Beruf der Welt. Mir wird in dieser Funktion viel anvertraut und ich gehe sehr sorgsam und mit viel Demut mit diesen Informationen um. Bisher hat mir diese Aufgabe viel Freude bereitet. Seit einigen Tagen jedoch erfahre ich in den Gesprächen allerlei, das mich sehr mit Sorge erfüllt.

22.11.2021

Es geht dabei meist um starke Gefühle, die ihren Weg noch nicht an die Oberfläche gefunden haben. Fast immer geht es dabei um das allgegenwärtige Thema der Impfpflicht und wie man sich jetzt gegenüber der Mitarbeiterin, der Freundin, der Nachbarin oder sogar gegenüber dem eigenen Mann verhalten soll.

Viele haben sich via Social Media schon lautstark geoutet und stopfen mit ihren Parolen das digitale Netz im Stundentakt voll. Aber es gibt noch sehr viele, die sich zurückhalten, die ihre Gefühle - oder bei vielen auch ihre Wut - noch unter Kontrolle halten. Aber viele spüren, dass es jetzt aufbricht und setzen sich schon mal mit dem Gedanken auseinander, welche Konsequenzen dies haben wird.

In einigen Tagen beginnt die Adventzeit. Das Wort „Advent“ kommt aus dem lateinischen Adventus, was so viel wie „kommen“ bedeutet. Und dieses mal, so befürchte ich, könnte wirklich einiges auf uns zukommen. Auf Facebook hat man schnell seine Freundschaftsliste ausgemistet, aber wie verhält sich das im wirklichen Leben? Überlegt mal, wie viele Überraschungen ihr in den letzten Tagen und Wochen erlebt habt. Einstellungen von Bekannten und Freunden, von denen ihr es nie für möglich gehalten hättet, wie verbohrt und verschroben ihre Gedankenwelt wirklich ist.

Und die Lage spitzt sich von Tag zu Tag zu. Ärzte erzählen mir von unglaublichen Geschehnissen in ihrem Berufsalltag. Einige in meinem Umfeld warten monatelang auf dringende Operationen, aber Schuld daran seien nicht die Ungeimpften, die unsere Intensivstationen überfüllen, sondern die Politik, die das Gesundheitssystem kaputt gespart hätte. Das finde ich besonders spannend. Ich bin jetzt mit Sicherheit kein Gesundheitsexperte, kann mich aber sehr gut an einen Schlüsselsatz über das österreichische Gesundheitssystem vor Corona erinnern: „Gut, aber teuer!“ In meiner Erinnerung gab es jahrelang massive Kritik an einem völlig überteuerten Gesundheitssystem, das sich um chronische Leiden kümmert, welche sich die Menschen durch ihren Lebenswandel zugezogen haben. Das ist gut und recht so. Ich frage mich aber trotzdem, wie das also funktionieren hätte sollen? Hätte man in dieser Zeit nach Rufen der Einsparungen die Kapazitäten so erhöhen sollen, dass wir im Falle des Falles einer Pandemie genügend Kapazitäten haben? Von der personellen Ausbildung gar nicht zu sprechen!

Das ist nur ein Beispiel der Absurditäten die skandiert werden. Aber es gehört angesprochen. Und die Frage ist, was man damit auslöst. Meine bisherige Erfahrung zeigt zwei Wege: der eine ist Eskalation, sprich man wird beschimpft oder als Idiot bezeichnet, oder die Leute gehen auf Tauchstation und schimpfen hinter meinem Rücken weiter.

Und solche Türchen werden sich im Advent jeden Tag öffnen, davon müssen wir leider ausgehen. Und wir haben die Wahl, wie wir damit umgehen. Ich bin überzeugt davon, dass wir zu unserer Meinung stehen sollen und wir sollten uns auch klar sein, dass dies tiefgreifende Veränderungen nach sich ziehen wird. Aber wir können diesen Prozess menschlich gestalten. Unterschiedlichkeiten und Konflikte liegen in der Natur des Menschen, aber wir können uns ein Mindestmaß an Wertschätzung bewahren. Es wird einen Bodensatz in der Gesellschaft geben, da wird auch diese Botschaft nicht auf fruchtbaren Boden fallen, aber lasst uns nicht zu dieser Gruppe gehören.

Der 24. Dezember ist ein faszinierender Tag. Fast überall begegnen sich die Menschen voller Empathie. Lasst uns ein wenig von dieser Empathie auch schon vorweg in den Advent packen, es könnte sonst wirklich gruselig werden!

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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