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Gesellschaft und Wissenschaft

Bitte versorgt uns mit neuen Bildern

von Gerhard Hinterkörner

Wie oft kann man ein Bild von einem Corona-Test ertragen? Ich kann bei dem Wort Corona-Testungen – und dies kommt in den letzten Monaten auf allen Sendern, zu allen Tageszeiten und zu allen Themen vor – in Zukunft keinen offenen Mund mit herausgestreckter Zunge, dem gerade ein Wattestäbchen bis zum den wahrscheinlich nicht mehr vorhandenen Mandeln eingeführt wird, mehr sehen! Die Einführung des Stäbchens in die Nase finde ich im Übrigen fast noch schlimmer, denn da hat man den Eindruck, der Tester wolle irgendeine Probe aus dem Gehirn entnehmen.

Gibt es dazu wirklich kein anders Bild in den Archiven? Mir würden sehr viele andere Varianten einfallen. Zeigt doch das erfreute Gesicht von Jemandem, der gerade erfährt, dass er doch negativ ist, das Fläschchen mit der Probe, die attraktive Dame, die im Labor die Auswertung durchführt. Völlig egal, nur keinen Speichelfaden im offenen Mund!

Genau so gut könnte man bei der Aufzählung der belegten Betten in den Intensivstationen eine nette Grafik zeigen, oder den charmanten Oberarzt dieser Station. Muss es immer der halbnackte, mit Schläuchen verdeckte Bierbauch irgendeines armen Teufels sein, dem es den digitalen Ziffern auf dem Monitor zufolge offensichtlich gerade nicht so gut geht. Wenn das Ziel ist, hier Angst und Schrecken zu verbreiten, dann ist dies gelungen. Jetzt bitte einmal an die strapazierten (Seh)-Nerven denken.

Natürlich darf im Endlosreigen der Bilder auch Ibiza nicht fehlen. Ja mit der angedeuteten Schießbewegung würde mittlerweile Herr Gudenus jedes Activity gewinnen. Aber es ist Zeit, das Ibiza Video – und ich bin sicher es wird noch mindestens Monate darüber berichtet werden – mit anderen Bildwelten zu hinterlegen. Man könnte beispielsweise alle leeren Flaschen, die sich diese illustre Runde an diesem schicksalhaften Abend genehmigte, zeigen. Oder Reste von weißen Linien die – Gott bewahre – vielleicht auch noch im Spiel waren. Es gäbe so viel Möglichkeiten: vielleicht ungepflegte Zähennägel, um nur noch ein Beispiel zu nennen.

Wenn man schon auf der Suche nach neuen Bildern ist, könnte man sich auch noch überlegen, welche Aufnahmen noch dazu verdammt sind, immer wieder zu kehren. Der volle Einkaufswagen bei der Darstellung der Inflationsrate, der Haufen Bargeld, wenn es um irgendwelche Betrügereien geht oder die immergleiche Warteschlange von offensichtlich Langzeitarbeitslosen vor dem AMS.

Ich plädiere auf eine Wiederbelebung von mehreren Wirtschaftszweigen: von kreativen Geistern in den Agenturen, von Filmteams und Kameraleuten. Bitte versorgt uns mit neuen Bildern!

Kommentare und Antworten

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  • Markus Miniberger Badge M21 First Mover 08.07.2020 um 12:27
    Liebe Mover,
    habe ich heute auf der ORF-Seite entdeckt. Den Test gäbe es nun bald auch als Gurgeltest. Ob dann Fotos davon als atraktiver erscheinen würden?
    Möge man sich sein eigenes Bild machen. Näheres unter https://wien.orf.at/stories/3056909/
    LG Markus
  • Markus Philipp Badge M21 First Mover 08.07.2020 um 11:06
    Dieses Problem kennen wir leider auch nur zu gut, wenn man zu einem überstrapazierten Thema ein passendes Stock-Foto finden will...
Der Autor
Gerhard Hinterkörner

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