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Gesellschaft und Wissenschaft

Besser zum Berühren

Der soeben in unseren Kinos angelaufene Film „An Impossible Project“ bricht eine Lanze für das Analoge. Also all jenes, das wirklich „existiert“. Mir ist das noch nie so stark bewusst geworden, wie in diesem Film. Das Digitale existiert hinter einer Glasscheibe und wir können es nur sehen oder hören. Wir Menschen sind aber analoge Wesen und darum macht uns das Digitale einfach nicht glücklich.

21.02.2022

Nur um es festzuhalten: ich bin kein rückwärtsgewandter Verhinderer von modernen Technologien und mir ist völlig klar, dass die Digitalisierung aus unserem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken ist und neben einer vereinfachten Kommunikation, Kostenersparnisse, Produktivitätszuwächse auch noch ungeahnte Chancen für jedes Unternehmen bietet. Diese Auswirkungen stellen vermutlich die industrielle Revolution in den Schatten.

Aber jede gewaltige Entwicklung bringt auch eine Gegenbewegung mit sich. Und hinter dieser Sehnsucht nach analogen Techniken oder handwerklichen Produkten steckt nicht nur Nostalgie. Das beweist die Tatsache, dass insbesondere junge Menschen wieder ganz stark auf „Haptik-Design“ reflektieren. Was kann einer Marke besseres passieren, als dass ihre Kunden sie am Befühlen, oder am Klang, oder an ihrem Geruch erkennen?

Im Film wird gezeigt, wie Florian Kaps – seines Zeichens Biologe, Unternehmer und Erhalter von analogen Geräten und Verfahren – 2008 die letzte Polaroid-Fabrik in den Niederlanden übernimmt. Polaroid ist ein Paradebeispiel für eine Marke und ein Unternehmen, das durch die Einführung einer neuen Technologie völlig unter die Räder gekommen ist. Aber natürlich bleibt ein unfassbares Potenzial übrig. Jeder auf der Welt kennt das Polaroidfoto mit dem unverkennbaren weißen Rand, und mittlerweile ist diese Technik wieder im Gebrauch, genau so wie die Schallplatte, oder andere handwerklich betriebene Technologien eine Renaissance erleben.

Es geht dabei aber nicht um eine Bewertung, was besser oder schlechter ist, oder nur um eine Bewahrung von Techniken, sondern es geht um das Verbindende. Es geht darum, diese Produkte neu zu definieren, völlig neu zu denken aus der Perspektive der Jetztzeit! In einem Ö1-Interview spricht Florian Kaps auch von den unterschiedlichen Zugängen, die uns die Pandemie gebracht hat. Die einen, die sich nur noch mit Hemd und Sakko ausstatten, weil die Hose für das Zoom-Meeting nicht mehr notwendig ist, und die anderen, die erst dadurch entdeckt haben, wie viel wir verlieren, wenn wir uns nicht mehr persönlich treffen.

Es geht um einen Begriff, der mir sehr gut gefallen hat, nämlich um die „Wertigkeit der Realität“. Als gutes Beispiel kann wieder das Polaroidfoto dienen. Im Zimmer unserer Tochter hängen einige Fotos auf Polaroid, im Büro und in unserem Schrankzimmer steht auch eines, das einen Augenblick vor einigen Jahren in Sydney festhält. Wie oft hat mich der Anblick dieser Aufnahmen schon berührt, im Vergleich zu den tausenden Fotos, die ich auf meinem Smartphone gespeichert habe.

Digitalisierung erleichtert uns vieles, aber sie ist nicht echt. Wir wollen Dinge nicht nur sehen und hören, sondern auch riechen, schmecken und begreifen. Daraus entstehen letztlich auch noch andere Sinne, wie unser Lebenssinn!

 

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Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Business-Concierge und Charakter Trainer

g.hinterkoerner@movement21.at

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