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Wissenschaften

WISS 3 - Miss- oder Vertrauenskultur

von Gerhard Hinterkörner

Johann Nestroy meinte: „Zu viel Vertrauen ist häufig eine Dummheit, zu viel Misstrauen immer ein Unglück“. Ich schließe mich diesem Zitat zu hundert Prozent an, und bevorzuge ein Leben, das manchmal auf eine Dummheit hinausläuft, als im permanenten Unglück des Misstrauens zu leben.

Wir leben mittlerweile in einer Kultur des Misstrauens, die nicht nur unser berufliches und privates Leben umspannt, sondern auch vor uns selbst nicht halt macht. Wir vertrauen unseren Smartphones und Uhren mehr, wenn es um unsere Herzfrequenz geht, als den Signalen unseres Körpers, und ob mein Schlafrhythmus stimmt, lese ich an einer Statistik ab. Danach weiß ich, ob ich ausgeschlafen oder todmüde sein sollte. Künftig, so habe ich kürzlich gehört, kommt eine Zahnbürste auf den Markt, die mir frühmorgens meinen Vitaminmix für den optimalen Start in den Tag verrät. Genau darauf habe ich noch gewartet.

So für den Tag gerüstet, erwartet uns ein Arbeitstag, der voll ist mit Kontrollsystemen, Abläufen, Bewertungen und Evaluierungen. Wir werden aufgefordert, anderen zu misstrauen. Überwachungssyteme schützen unsere Häuser, Passwörter unsere Accounts. Was auch immer ungeschützt ist, wird sofort missbraucht. Worst Case Szenarien werden gezeichnet und wir investieren laufend in den Schutz vor diesen Gefahren.

Am Abend können wir dann unsere Kinder per Handyortung kontrollieren. Sind sie wirklich bei dem Freund, an dem Ort wo wir sie glauben, oder doch zwei Kilometer weiter entfernt? Und wenn ja, was sagt uns das? Wie viele Ehen oder Beziehungen sind schon zerbrochen, weil wir den Partner kontrollieren? Die verfängliche Whatsapp-Nachricht, oder sonstiger Nachrichtenverkehr in den sozialen Netzwerken oder anderswo. Gott behüte, der Einblick wird verweigert, damit stünde man natürlich unter Generalverdacht.

Nichts ist leichter zu bedienen als Misstrauen. Überall finden sich Indizien für Misstrauen, wenn man auf der Suche danach ist. Die Logik der Misstrauenden ist kontraproduktiv.

Wollen wir wirklich in einer Gesellschaft leben, wo das Vertrauen nicht mehr besteht, dass der andere ohne Überwachung nicht mehr das richtige tut? Wir lassen zu, dass uns Systeme wie Zertifizierungen, Standards und Audits jeden Spielraum für Kreativität nehmen. Wer sich weigert, diese Anforderungen zu akzeptieren, wird vom Markt ausgeschlossen. Es muss alles und jede Handlung lückenlos dokumentiert werden.

Wollen wir wirklich so ein Leben? Ich frage mich, was wäre, wenn wir – oder unsere Unternehmen – einfach nicht mehr mitspielen würden bei diesem Prinzip? Ich kenne mittlerweile Beispiele, die sich abseits dieser Doktrin stellen, und trotzdem sehr erfolgreich sind. Und dabei auch wieder Spaß haben. Weil sich Kreativität und Leidenschaft wieder entfalten dürfen. Überlegen sie mal: Was würden sie verlieren, wenn sie sich außerhalb dieser Linie stellen? Oder noch besser: Was würden sie gewinnen?

Der Autor
Gerhard Hinterkörner

Unternehmer aus Leidenschaft, Familienvater, Hobbysportler und Genussmensch!

g.hinterkoerner@movement21.at

Wissenschaften

WISS 7 - Medialfeiertag

von Gerhard Hinterkörner
Mit großer Freude habe ich mich am vergangenen Nationalfeiertag durch die Printmedien gelesen. Die Presse z.B. hatte in einer Spezialausgabe das Motto "So schlecht geht´s uns nicht!" und es fühlte sich schon beinahe komisch an, bei jedem Umblättern mit einer anderen guten Nachricht oder positiver Sichtweise konfrontiert zu werden. Diametral dazu titelte der Standard "Neues Denken braucht das Land" und führte den stark verbesserungswürdigen Zustand unserer Welt im Allgemeinen und den von Österreich im Besonderen ins Treffen. Aber nicht ohne zuletzt die Frage zu stellen, welchen Ansatz es braucht, um die Menschen zukunftsfroher, neugieriger oder innovativer zu machen.
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WISS 6 - Die Reichen haben ihren Reichtum nie verdient

von Gerhard Hinterkörner
Der deutsche Philosoph Christian Neuhäuser hat vor kurzem im Nobelskiort Lech einen vielbeachteten Vortrag zum Thema „Reichtum, Geld, Macht, Gier und Demokratie“ gehalten. Im Prinzip vertritt Neuhäuser die Ansicht, dass die Reichen nicht durch ihre eigene Leistung zu ihrem Vermögen gekommen sind, sondern durch unverdiente Talente, bloßes Glück, oder durch Erbschaften und Beziehungen. Daher habe der Staat das Recht, über Erbschafts-, Vermögens- und Einkommensteuern dieses Vermögen wieder einzuziehen, und zwar bis zu einem Ausmaß von 100 Prozent!
Wissenschaften

WISS 5 - Wertewandel

von Sandra Schwaiger
Über diesen Begriff stolpern Sie gleich zu Beginn auf der website der movement21.
Welche Werte wollen gewandelt werden? Wir haben viele Anliegen aber eine empathischere Gesellschaft steht auf der Liste ganz oben.
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WISS 4 - Wo treffen sich Wissenschaft und Kunst?

von Sandra Schwaiger
1799 betrat er 20jährig venezuelanischen Boden. Den Auftrag dazu hat er sich vom spanischen König erhofft und dann auch aufgrund seiner guten Bildung und seiner wohlhabenden Herkunft schließlich erhalten. Zwar hat der König dies später bereut, nicht aber die Nachwelt Alexander v. Humboldt.