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Ernährung

Achtsam Essen – Was bedeutet das?

Von Low Carb über Paleo bis zu Raw Food und Clean Eating. Wir werden überschwemmt mit verschiedensten Ernährungstrends und immer wieder hören und lesen wir, WAS wir essen sollten, um uns gesund und fit zu fühlen.

02.07.2021

Wir krempeln unsere Einkaufslisten um, erstellen Ernährungs- und Fitnesspläne und dann geht es ab in die Küche oder auch in das Trend-Restaurant, das die als richtig empfundene Ernährungsform bedienen kann.

Tatsächlich beschäftigen wir uns sehr viel damit, WAS auf den Teller kommt und worauf wir verzichten können und möchten. Was dabei häufig auf der Strecke bleibt ist die Frage: „WIE essen wir?“.

Schon am Morgen verzichten wir aus Zeitmangel ganz auf das Frühstück oder schlucken den letzten Happen noch, während wir die Haustüre verschließen. In der Mittagspause muss es natürlich schnell gehen, und arbeiten wir im Büro, essen wir vielleicht gleich am Schreibtisch, denn dann können wir die E-Mails nebenbei auch noch beantworten. Am Abend gibt es dann hier und dort einen Bissen zwischen Kindern und Hausarbeit oder aber wir freuen uns schon so darauf, endlich auf der Couch auszuspannen, dass wir das Essen dann auch gleich vor dem Fernseher erledigen. Was wir davon haben ist vielleicht eine ausreichende Kalorienzufuhr, mit Genuss hat das allerdings recht wenig zu tun.

Auch im Bereich Essen und Trinken sind wir Menschen Gewohnheitstiere und so denken wir über den raschen Snack zwischendurch oder die Knabberei am Abend oft gar nicht mehr groß nach. Ob unser Körper das jetzt wirklich braucht oder wir nur aus Gewohnheit oder Langeweile in den Kühlschrank greifen, das ist uns hier meist gar nicht bewusst.

Essen ist so viel mehr
Dabei kann Essen so viel mehr sein als nur Nahrungsaufnahme. Ein Mahl, das in Ruhe und mit Zeit ganz bewusst genossen wird, gibt uns ein positives Gefühl und ein besseres Gespür dafür, was unser Körper tatsächlich braucht.

Wenn wir achtsam und in Ruhe essen, dann hat unser Körper auch die Gelegenheit, uns rechtzeitig zu vermitteln, dass wir eigentlich schon satt sind und wir stopfen nicht mehr in uns hinein, als wir tatsächlich brauchen. Auch der Satz: „Schling‘ nicht, sondern kaue anständig!“, den wir vielleicht schon als Kinder bei den Großeltern oder Eltern immer wieder hörten hat noch immer seine Richtigkeit.

Denn sorgfältiges Kauen hilft unserem Körper bei der Verdauung. Unsere Speisen werden schon im Mund besser in ihre Einzelteile zerlegt und können leichter aufgenommen werden. Das Verdauungssystem wird stimuliert und es kommt dadurch seltener zu Problemen wie Blähungen und Verstopfung. Gründliches und langsames Kauen hat ebenfalls den Vorteil, dass sich das Sättigungsgefühl schneller einstellt.

Mit der Achtsamkeit beim Essen steigt auch das Bewusstsein für die Qualität der Nahrungsmittel, die wir auswählen und aufnehmen. Wir konzentrieren uns wieder mehr auf Aromen und Texturen und stellen den Genuss in den Vordergrund. Unser Essen können wir, wenn wir uns Zeit dafür nehmen, auch wieder mit allen Sinnen genießen. Wir können uns nicht nur auf den Geschmack, sondern auch auf den Geruch unserer Speisen konzentrieren und die verschiedenen Konsistenzen wahrnehmen.

Auch in der Familie ist achtsames Essen ein absoluter Benefit. Eine gemeinsam genossene Mahlzeit ist so viel mehr wert, als wenn jeder für sich einfach irgendetwas snackt.

Die Umsetzung
Natürlich werden wir es nicht gleich schaffen, diese Achtsamkeit allen unseren Mahlzeiten zukommen zu lassen. Wir können aber versuchen, bewusster mit unserem Essen umzugehen und so Schritt für Schritt zu mehr Genuss kommen.

Um mehr Achtsamkeit in deine Ernährungsgewohnheiten einzubauen haben wir hier ein paar Tipps für dich:

  • Schon beim Einkauf beginnt der Genuss. Achte darauf, welche Lebensmittel du in deinen Einkaufswagen packst. Vielleicht kennst du ein einfaches, schnelles Rezept, das du dir anstelle des Fertiggerichtes frisch kochen kannst?
  • Ein guter Mix sorgt für mehr Genuss. Vor allem wenn du auf Saisonalität achtest, bringst du Abwechslung auf den Teller und sorgst so für eine gute Mischung an Vitaminen und Nährstoffen.
  • Auch wenn das nicht gleich bei jeder Mahlzeit funktioniert, plane dir bewusst Zeit zum Essen und Genießen ein. Diese geplanten Zeitfenster vermeiden Stress beim Essen.
  • Keine Ablenkung. Achtsam essen bedeutet, sich auch tatsächlich nur auf diese eine Sache zu konzentrieren. Handy, Fernsehen oder Zeitung darfst du dafür ruhig beiseitelegen bzw. ausschalten.
  • Wenn einmal eine kleine Sünde sein muss – dann genieße diese so richtig. Ein Stückchen Schokolade, das du langsam auf der Zunge zergehen lässt darfst du dir auch schmecken lassen. Wenn man eine kleine Menge so richtig genießt, greift man auch automatisch nicht so leicht zu noch mehr.

Bevor wir uns also Gedanken darüber machen, ob wir Low Carb, Raw food oder sonstiges probieren möchten, sollten wir damit beginnen, uns darauf zu konzentrieren, WIE wir überhaupt essen. Das führt dann vielleicht auch zu einer besseren Entscheidung, WAS wir eigentlich auf unseren Teller geben.

Auch die Food-Trend-Expertin Hanni Rützler, die wir kürzlich in unserer Serie „Wie machen wir jetzt weiter?“ interviewen durften, ist überzeugt davon, dass es immer mehr weg gehen sollte von „zu viel, zu schnell und zu nebenbei“.

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